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Asian Mindset Tour
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Acht starke Frauen aus China – Wandel in 53 Minuten.

MINDSET TOUR.

22. August 2014

Ein Dokumentarfilm ohne Biss – DER TRENDBEOBACHTER kann heute nicht schlafen.

Dokumentarfilm zu China

DER TRENDBEOBACHTER durfte rein schauen – in den Dokumentarfilm „Frauen tragen die Hälfte des Himmels“. Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart waren in Peking und haben gedreht… etwa 100 Stunden Filmmaterial, um eines herauszufinden: Wie leben Frauen in diesem Land des Wandels?

Tolle Frauen, feine Geschichten, hochwertig produziert – für all diese Aspekte lobt Mathias Haas sehr, sehr gerne. Auch ganz einfach für die Möglichkeit, dieses Werk sehen zu dürfen, denn bei der Erstaufführung war der Redner und Berater auf einer anderen Bühne und die nächste Show ist erst wieder im November.

Egal, ob es um die Motivation der Tierschützerin, um die Siemens-Managerin oder die beschriebene Schauspielerin ging… diese Persönlichkeiten „näher“ kennenzulernen und deren persönlichen Wandel zu erleben – all das hat DEN TRENDBEOBACHTER an seine eigene ASIAN MINDSET TOUR erinnert. Auch bei diesem Projekt ging es um die Frage: Wie gehen diese Menschen mit diesem massiven Wandel um?!

Doch viele Aussagen der Frauen waren schmeichelhaft – für Staat und Regierung. Sehr viele Aussagen der Frauen waren im Stil „Hier fühle ich mich gleichberechtigt“ (im Vergleich Stadtleben und Leben auf dem Land) oder „Confidence in Yourself“. DER TRENDBEOBACHTER hatte weder Überraschungen noch allzu viel glaubhafte Aussagen gehört.

Leider gab es wenig authentische Worte.

Jetzt kann dieses Gefühl aus vielen Richtungen gefüttert werden. Vielleicht – und davon möchte sich Mathias Haas nicht freisprechen – hat es auch die Kraft der „self-fulfilling prophecy“, doch schlussendlich erwartet sich Haas von einer deutschen Hochschule mehr Mut zur Kritik und mehr Kraft zur Reibung.

Wenn deutsche Unternehmen (vor der Regierung und ihren Behörden) in China in die Knie gehen, mag das irgendwie noch erklärbar sein. Doch wenn – zwangsläufig bereits durch Übersetzer bearbeitete Aussagen – so wie hier kommentiert und kritiklos bestätigt werden… wenn Wanderarbeiter als „die Gewinner“ oder Chefärztinnen als international gefeierte Stars dastehen, dann stellt sich Haas zwangsläufig die Frage: „Ist ein solches Projekt ein wertvoller Baustein, um Studenten zu kritischen Managern auszubilden?“

Denn schlussendlich geht es dem Zukunftsexperten um ein zukunftsfittes Deutschland. Unser Europa wird seine Herausforderungen mit Anbietern aus so genannten Schwellen- und Entwicklungsländern haben. Die Menschen dort sind derartig hungrig, diszipliniert und auch wissend (alles übrigens Tugenden, die wir uns noch zuschreiben), dass Mathias Haas tatsächlich Bedenken hat. Nach Ansicht DES TRENDBEOBACHTERS braucht es jede Menge Querdenker und Querköpfe, Macher und Macherinnen mit jeder Menge Tatendrang, Mut und Kritikwilligkeit.

Leider hat Haas in diesem… nochmals… höchst professionell produzierten Filmprojekt wenig Auseinandersetzung mit der vermeintlichen Wahrheit und kamerafähigen Aussagen gespürt.

Aber die Wahrheit ist wohl auch… dass eine radikalere Vorgehensweise nicht für Wiederholungstaten gesorgt und die starken Frauen wohl kaum vor die Kamera gebracht hätte. China macht die Regeln, egal ob für Hochschulen oder Unternehmen.

Mathias Haas wird dennoch nicht schlafen… denn der Redner und Berater ist überzeugt, dass Bildung mehr Reibung produzieren muss. Wenn nicht in dieser Phase des Lebens – wann dann?

 

Die starken Frauen von morgen? Eine Aufnahme von der ASIAN MINDSET TOUR in 2013.

Die starken Frauen von morgen?
Eine Aufnahme von der ASIAN MINDSET TOUR in 2013.

 

 

 

Mathias Haas ist DER TRENDBEOBACHTER und eben nicht klassischer Trendforscher oder üblicher Zukunftsforscher. Der Wandlungshelfer unterstützt Organisationen unterschiedlichster Art zukunftsfit zu werden oder zu bleiben. Im Hier und Jetzt. Denn Führungskräfte wählen jeden Tag zwischen links und rechts – zwischen ob und unten. Irgendwo liegt dann „die Zukunft“… sprich die „richtigen“ Produkte, Geschäftsmodelle und schlussendlich Erfolg.

 

Mehr zu Mathias Haas und seinen Beratungsmethoden (z.B. LEGO SERIOUS PLAY) unter www.trendbeobachter.de und www.play-serious.org

 

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Fazit nach 5 Megacities und über 50 Millionen Menschen: Asien ist hier!

MINDSET TOUR.

5. September 2013

DER TRENDBEOBACHTER nach Asien-Mindset-Tour durch fünf Zukunftszentren:

„Asien kommt! Zu uns! Ob Sie wollen oder nicht.“

Der Mindset hat funktioniert! Asien wird auch in den nächsten Jahren Vorreiter und Vorbild bei der „Globalen Transformation“ sein. Die Beobachtungen vor Ort machen deutlich: Um Teil und Partner dieser Megaregion zu sein, brauchen wir in Deutschland mehr Mut, Biss und Hunger. Der Appetit auf Zukunft, kommt mit der Freude an Veränderung. Deshalb ist die vorausschauende Beobachtung (*Hinweis: Dies ist kein Forschungsbericht, keine Studie und keine Sozialreportage, sondern eine wache Echtzeit-Analyse), was dort für uns morgen relevant wird, entscheidend für einen Mindset, eine Neu-Kalibrierung unserer Strategien: Denn Asien ist auf dem Sprung nach Europa.

Megatrends entstehen in Megacities

2050 werden von 9 Milliarden Menschen 70 % in Megacities leben. Was das bedeutet, kann in Asien schon heute vorab besichtigt werden. In Europa haben nur Moskau und Istanbul über 10 Millionen Einwohner. London mit 8 Millionen Einwohnern hat in etwa die Größe eines Stadtteils von Greater Jakarta.

Welche Megatrends gerade entstehen, kann in Asiens Megastädten mit einem Zeitvorsprung abgelesen werden. Wie tickt das Morgen? In Neu Delhi, Singapur, Jakarta, Gangzhou und in Seoul findet ein Wandel statt, der auch für uns in Hamburg oder Garmisch Auswirkungen hat. Sei es im Welthandel oder bei völlig neuen Zielgruppen im Alpen-Tourismus.

Was in unserem Denken einmal eine Dekade dauerte, geschieht heute in der Hälfte der Zeit. In nicht einmal einer Generation wurde die gesamte Region völlig umgestaltet, dynamisiert und globalisiert – und das wird Folgen haben, die bis nach Europa ausstrahlen.

Einige der Player von Morgen auf dem deutschen Markt hat DER TRENDBEOBACHTER vor Ort besucht:

Sprungbereit: Nexen Tires aus Südkorea (http://de.nexentire.com)

Der Reifenhersteller will seine Kraft verstärkt auf deutsche Straßen bringen und denkt über einen eigenen Produktionsstandort in Europa nach. Der Ehrgeiz des 1942 gegründeten Unternehmens ist enorm: Seit dem Jahr 2000 ist der innerkoreanische Marktanteil von 8 auf 20 Prozent gestiegen und der Gewinn hat sich in diesem Zeitraum verzehnfacht. Das Kapital und Know How ist da, das Geschäft mit Deutschland läuft schon. Mit seiner Strategie will Nexen Tire von Platz 20 der Reifenproduzenten unter die Top 10 der Weltrangliste und in das Premiumsegment vordringen. Tatsächlich zeigt Nexen wie eine vollautomatisierte Produktion mit Zukunft funktioniert. Schon heute prüfen nur 45 Mitarbeiter die Qualität 60 Millionen Reifen im Jahr.

Automatisierung vom Feinsten

Automatisierung vom Feinsten

 

 

 

 

 

 

 

Blackyak: Outdoor-Ausrüster will den Markt in Europa aufmischen (www.blackyak.co.kr)

Als erster asiatischer Hersteller hochqualitativer Outdoor-Kleidung will Blackyak von Südkorea aus die Welt erobern und 2014 in die TOP 5 der Branche aufsteigen. Das Unternehmen hat es immerhin schon geschafft die Nummer 1 im Outdoor-Segment in China zu werden und ist auch 2013 auf der ISPO in München wiederholt selbstbewusst und mit Auszeichnung für das „Asian proudct of the year“ aufgetreten.

Das wird etablierte Marken in Unruhe versetzen, da die Koreaner bei der Produktentwicklung, dem Design und beim Vertrieb Top-Standards erfüllen.

Zudem ist einiges an Kapital frei, um die Konkurrenz zum Schwitzen zu bringen.

Outdoor im koreanischen Megatrend

Grundtenor: Der Hunger auf Zukunft ist riesig!

Der Hunger auf Geld, Status, Wachstum – auf Veränderung überhaupt – verdichtet sich in den aufstrebenden Mittelschichten der Megacities. Sie sind auch Vorbilder für die jeweilige Großregion oder – wie in Seoul – das ganze Land. Der Wettbewerb zwischen Singapur und Hong Kong ist legendär, aber diese Ballungsräume sind Konkurrenzmaschinen zwischen den Nationen und innerhalb der Länder mit ihren vielzähligen – bei uns oft unbekannten, weiteren Megacities. Und: „Die Mega-Stadt“ ist auch der Mega-Markt – wer sie erobert, braucht sich um flächendeckende Strategien nicht mehr bemühen.

Trendbeobachtung in Echtzeit

Aus über 100 Gesprächen – vom Taxifahrer bis zu Goldman Sachs-Managern – und mehr als 30 Tiefeninterviews als Echtzeit-Check wurde klar:

Das Thema „Tragfähigkeit“ in allen Facetten bestimmt auch bereits in Asien das Denken der Menschen: Bleibt das Wachstum stabil? Werden es meine Kinder besser haben? Reichen die Ressourcen bis übermorgen und ist die Nahrung sicher? Auch Bildung und Altersversorgung haben Top-Priorität. Im Gegensatz zu Deutschlands Post-Industrialisierung müssen diese Fragen bereits Mitten in Hochwachstumsphasen und gewaltigen Umwälzungen beantwortet werden. Diese Grundfragen speisen den Antrieb zu Leistung der einzelnen Menschen und bilden den Brennstoff für die Innovationskraft der Unternehmen.

Die asiatische Konsumkultur, die infrastrukturellen Bedingungen der Megacities, die starke Digitalisierung und Automatisierung prägen die Innovationskraft und den Expansionskurs nach Europa. Und viele Unternehmen sind schon lange bei uns angekommen und werden als Kunden von morgen an Bedeutung gewinnen. Was bedeutet das konkret?

Top 5 Ableitungen für Europa:

  1. Asien als Vorbild und Taktgeber anerkennen, damit sie Kunden auf Augenhöhe werden können. DIE TRENDBEOBACHTUNG ist ein erster Schritt!
  2. Dafür müssen wir veränderungsfreundlicher werden, durch spezifische Fortbildungen, Investitionen im HR-Bereich (Praktikanten aus Megacities, Querköpfe und Kulturwandler).
  3. Die Rahmenbedingungen anpassen: freies W-LAN für alle – ein neues Grundnahrungsmittel in Asien, das digitalen Wandel möglich macht; Lernreisen in gemischten Teams; das eigene Unternehmen oder Bereiche mal für 3 Monate von der Niederlassung in Delhi leiten.
  4. Asiaten als Kunden, Partner, Auftraggeber in Deutschland verstehen: Kundenorientierung erweitern, gewohnte Standards in Service und Hospitality kennen und bedienen.
  5. Die Marke Deutschland und deutsche Marken offensiv in Asien positionieren. Die Sehnsucht nach Markengeschichten, Heritage, Prestige und Stolz ist enorm, doch die Unternehmen werden in Markenaufbau- und pflegen immer besser. Deshalb den Imagevorsprung ausbauen und nicht verspielen.

Diese pragmatischen Ansätze können für jede Organisation – egal welcher Branche oder Größe – maßgeschneidert ausgelesen werden. So zum Beispiel auch für die TRENDBEOBACHTUNG.

Top 5 Ableitungen für DEN TRENDBEOBACHTER:

  1. Ständige Beobachtung relevanter Medien in der Region – teils in Englisch, teils per Software übersetzen lassen (im Fokusland: englischsprachige Zeitung abonnieren).
  2. Das Marktpotential in Asien sondieren, spezifische Formate entwickeln.
  3. Interessierte Unternehmen und Kontakte aus Asien in Deutschland als „Wegbereiter“ begleiten und so in die eigene Zukunft investieren.
  4. Die Erfahrungen der Tour als Anlass für Produktoptimierung und Erweiterung des Angebotsspektrums nutzen.
  5. (ASIAN) MINDSET TOUR turnusmäßig als festen Bestandteil der eigenen Vita und des Profils machen.

Ganz egal, ob Sie Asien für sich relevant finden oder nicht: Entscheiden Sie sich wenigsten bewusst, überprüfen Sie ihre Haltung immer wieder und denken Sie daran: Asien kommt zu uns! Wir sind Asien!

Ob Sie wollen oder nicht.

 

 

 

Mehr zu Mathias Haas, DEM TRENDBEOBACHTER, seiner Trendbeobachtung und den Unterschieden zu typischen Trendforschern, Zukunftsforscher und Zukunftsexperten finden Sie unter

www.trendbeobachter.de

www.play-serious.org

ww.youtube.com/haaskommuniziert

 

 

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Automatisierung – viele Menschen, mehr Maschinen

MINDSET TOUR.

31. August 2013

DER TRENDBEOBACHTER, Mathias Haas, war auf der ASIAN MINDSET TOUR –
und erneut wurde deutlich, dass beispielsweise China einfach unfassbar viele Menschen hat. Wie sonst könnte man folgendermaßen fischen?

Das Netz ist an zwei Ende festgebunden - je zwei Gruppen ziehen es an Land

Das Netz ist an zwei Ende festgebunden – je zwei Gruppen ziehen es an Land

 

Jeder "Fischer" verdreht sein Seil, denn der Strand ist natürlich nicht endlos tief. Hinter angekommen geht er/sie wieder nach vorne... immer im Kreis...

Jeder „Fischer“ verdreht sein Seil, denn der Strand ist natürlich nicht endlos tief. Hinten angekommen geht er/sie wieder nach vorne… immer im Kreis…

 

Sanya, das Hawaii der Chinesen, war für den Sprecher und Moderator ein Ziel innerhalb dieser Zukunftsreise. Eine Flugstunde von Guangzhou, der 4. Station, liegt also dieser schicke Urlaubsort – Preise wie in München, Luxus wie in Genf.

 

Megatrend? In jedem Fall gibt es heute schon genügend Chinesen mit Budget für derartige Resorts

Megatrend? In jedem Fall gibt es heute schon genügend Chinesen mit Budget für derartige Resorts

Gleichzeitig stehen ungefähr 50 Menschen am Strand und fischen mit einem Netz. Mit einem Seil um die Hüfte wird ein anderes Seil umwickelt und Schritt für Schritt – über Stunden hinweg – wird an zwei Enden, am Strand ein Fischernetz eingezogen. Mathias Haas hat fasziniert und nachdenklich dieses Prozedere verfolgt. Denn gleichzeitig kostet eine Näherin in Guangzhou etwa 500 USD (Basis der Berechnung: 48 Stundenwoche). Tendenz steigend. Kontinuierlich, signifikant.

 

Jetzt kommen die Maschinen ins Spiel

 

In Abhängigkeit von den Tätigkeiten werden jedoch Roboter eingesetzt. Massiv, wie eben alles in diesem Lande „massiv“ ist. Automaten statt Arbeiter!

So hat zum Beispiel der Technikhersteller Foxconn angekündigt, in den nächsten drei Jahren etwa eine Million Industrieroboter zu bauen – für iPhone & Co. Das ist eine Verdoppelung der Roboter weltweit!

Wenn also 50 Fischer für ein Netz im Einsatz sind, wenn ein Land 1,3 Milliarden Menschen hat und gleichzeitig die Automatisierung ihren Lauf nimmt: Wer schafft dann die ganzen Arbeitsplätze? Wer füttert die 1,2 Milliarden Inder, wenn diese ein ähnliches Stadium erreichen?

Südkorea hat es da einfacher

In Südkorea ist die Welt eine andere. Einerseits leben dort gerade mal 50 Millionen Menschen, und damit ist die beschriebene Gleichung harmlos. Gleichzeitig sind Unternehmen aus diesem Lande Vorreiter und Vorbild, was Automatisierung angeht.

 

Mathias Haas war bei Nexen Tire

Megatrend Automatisierung live und in Farbe - bei Nexen Tire

Megatrend Automatisierung live und in Farbe – bei Nexen Tire

Mathias Haas wurde wahrlich begrüßt

Mathias Haas wurde wahrlich begrüßt

Zwei Stunden von Busan entfernt steht eine Fabrik, die – zumindest in der weltweiten Reifenproduktion – ihresgleichen sucht. Vollautomatisierung, prozessoptimiert und sauber wie im Krankenhaus wird hier Gummi verarbeitet. Nexen Tire ist heute etwa die Nummer 20, doch von diesem Unternehmen werden wir noch hören. Die Ansage des Chairman ist stark, nach einem persönlichen Gespräch ist sie auch glaubwürdig-realistisch: Nexen Tire wird in drei bis vier Jahren unter den Top 10 sein!

 

Im gerade eröffneten Werk sind, als Beispiel, 45 Menschen in der Qualitätskontrolle – für 60 Millionen Reifen im Jahr! Und das, ob wohl jeder Reifen auch maschinell geprüft wird: Der Mensch als Ergänzung zum Prüfgerät aus Röntgenstrahlen, Licht und anderen technischen Wundermitteln.

 

Dieser Unternehmer hat ein klares Ziel

 

Und es geht weiter. Sehr, sehr bald wird in Europa ein Werk stehen. In diesem sind dann etwa 45 Mitarbeiter für die ganze Produktion verantwortlich. Maximal.

 

Vielleicht gibt es sodann Reifen als „Made in Germany“?

 

Der Megatrend-Experte ist kein Reifenexperte, doch vermutlich sind die Gebäude- und Energiekosten die größten wiederkehrenden Kosten… es darf also kritisch betrachtet werden, ob Deutschland für dieses Werk ausgewählt wird. Jeder Bürgermeister darf jetzt schon mal das Ticket nach Busan buchen. Oder gehört das nicht zu den Aufgaben eines Ortsvorstehers?

 

DER TRENDBEOBACHTER mit einem Bericht vom Besuch bei Nexen Tire, einem Unternehmen mit Zukunftsfitness. Jobs wandeln sich, Aufgabenschreibungen müssen neu definiert werden. Der Zukunftsexperte möchte soweit produzieren und sauber informieren, dass Entscheider (inkl. Bürgermeister) und Organisationen zukunftsfit werden und bleiben. Denn auch wenn Deutschland laut der Boston Consulting Group unter 150 überprüften Ländern an Platz 8 steht in Sachen Lebensqualität: Die Machtverschiebung ist dramatisch und offensichtlich!

In China werden mit Abstand (!) die meisten Autos (und damit Reifen) verkauft! Von Busan nach China sind es ein bis zwei Flugstunden… Fragen?

Der Keynote-Speaker und Moderator für Zukunftsworkshops erinnert sehr gerne an derartig offensichtliche Dominoeffekte. Gerne diskutiert und arbeitet er mit seinen Kunden, denn natürlich muss jede Organisation ihr eigenes Modell finden. Dazu gehört vielleicht sogar, auf den Gegentrend zu setzen.

 

Es gibt viele Wege nach Busan!

 

Mehr zu Mathias Haas und seinen veränderungsfreundlichen Moderationsmethoden unter www.trendbeobachter.de und www.play-serious.org

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Finale: Seoul – die eigene Persönlichkeit

MINDSET TOUR.

30. August 2013

DER TRENDBEOBACHTER, Mathias Haas, hat die ASIAN MINDSET TOUR abgeschlossen und Seoul verlassen. Leider.

 

Was für eine Megacity!

 

Korea geht steil

Korea geht steil

Nicht nur, dass dieses Land und diese Metropolregion einfach zu bereisen ist – es ist eben auch eine Megacity mit Zukunft. Seoul bedient mal locker 50% des Landes. Von etwa 50 Millionen Menschen leben 25 in der Hauptstadt. Die zweigrößte Stadt ist Busan an der Küste, etwa zwei Stunden entfernt – mit dem TGV der dort KTX heißt.

 

Diese Städte funktionieren

 

Nicht, dass dieses Mega-Drehkreuz nicht auch Schwierigkeiten hätte. Wer hat die nicht? Südkorea ist weltweit die Nummer 6 hinsichtlich der geringsten Geburtenraten (selektive Schwangerschaftsabbrüche durchaus üblich, Platz 7 hat sich in dieser Übersicht Deutschland gesichert ) . Trotzdem hat das Land die dritthöchste Bevölkerungsdichte auf diesem Globus. Die Poleposition hinsichtlich der „Selbstmordraten“ ist dann vielleicht eine logische Konsequenz? Wohl kaum, denn dafür braucht es mehr. Zum Beispiel maximal fünf Urlaubstage und durchschnittlich 2.400 Arbeitsstunden im Jahr, zum Vergleich – Deutsche arbeiten 1.600h.

 

„Interessant wird es wenn Südkoreaner weniger arbeiten!“

 

Die Arbeitsmoral produziert eine Art „Vollgas-Ameisen“, die immer und überall arbeiten. Am Beispiel der Kindererziehung wird das „schön“ und „klar“, denn elfjährige Kinder um 11 Uhr abends im Aufzug zu sehen ist keine Seltenheit – nur der Schulranzen ist für uns ungewohnt. Doch wenn Eltern etwa 30% Ihres Einkommens in die zukunftsfitte Ausbildung stecken – ja dann muss natürlich auch etwas raus kommen! Dazu passt dann auch das Umfeld in Sachen Wettbewerb: Es gibt über eine Million junge Uniabsolventen, die aufgegeben haben, einen Job zu suchen. Der Druck bleibt hoch – auch beim Erwachsen werden.

 

Das nächste Japan?

Das Land ökonomisiert das gesamte Leben

 

Die Megacity Seoul gibt es auch in "einfach & arm" - selbstverständlich!

Die Megacity Seoul gibt es auch in „einfach & arm“ – selbstverständlich!

Südkorea hat eine unglaubliche Leistung vollbracht! In nur wenigen Jahren wurden etwa 50 Großkonzerne geschaffen, Samsung vorne an der Spitze – mit Abstand. Und mit Abstand mehr als nur Smartphones. Welch ein Wandel innerhalb eines Menschenlebens! Die Südkoreaner gehen unter Dampf nach Vorne! Doch natürlich ist die heutige Generation nicht mehr ganz so gierig und hungrig wie ihre Eltern. Der „Western Lifestyle“ lockt, Starbucks und andere kostspielige Coffeeshops reizen, und die Mode ist nicht viel anders als in Schweden. Familienräte werden hier ihre Diskussionen haben… Doch wie Herr Dr. Norbert Eschborn, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Seoul meinte,… „Interessant wird es, wenn Südkoreaner weniger arbeiten! Wenn die Kreativität, die Freiheit mit der Perfektion, mit der Organisation gepaart wird – dann wird Südkorea richtig stark!“

 

Koreaner werden (zunehmend) Leben wollen

Koreaner werden (zunehmend) Leben wollen

Die Wiedervereinigung kommt

 

DER TRENDBEOBACHTER sieht sie kommen, die Wiedervereinigung (ist er zu mutig unterwegs?). Auch wenn China kein Interesse daran hat und genau deshalb Nordkorea mit Lebensmittel und Energie unterstützt: Die USA fördern es sicherlich – Südkorea wäre der Star!

Der Zusammenschluss von „Automatisierung“, „Ausbildung“ und „Perfektion“ mit vielen Millionen „billigen Arbeitskräften“…das wäre die koreanische „Killer-App“. Denn viele so genannte Schwellenländer wie China werden zunehmend teuer, Produktionen ziehen weiter nach Bangladesch und Hausmädchen kommen aus Burma. Nordkorea ist tatsächlich die letzte „Oase“ der günstigen Arbeitskräfte. So funktioniert wohl Globalisierung?!

Auch wenn der Kraftakt größer als in Deutschland wäre, auch wenn machtpolitische Spiele schlussendlich entscheidend sein werden: Diese Kombination wäre unfassbar stark. Sie würde dem sichtbaren Drang nach Export (raus aus Südkorea) weiteren Auftrieb geben. Und genau dafür stehen Deutsche in Korea. Nicht, dass wir ihnen technologisch das Wasser reichen würden, doch vor der Wiedervereinigung haben sie Respekt. Und vor der Demut nach dem 2. Weltkrieg. Unsere Bundeskanzlerin schafft es mit einem Besuch in Dachau auf verschiedene Titelseiten der wichtigsten Zeitungen. Beim Nachbarn, Japan, geschieht genau dies nicht. Ein großes Thema, ein großer Graben! Hier scheinen sich die Südkoreaner mit Chinesen einig zu sein.

Megatrends?

Seoul wie Busan sind natürlich keine echten Stellvertreter für Schwellenländer – beispielsweise vergleichen die Asiaten ihre Gehälter mit denen aus Deutschland. Die Preise sind durchaus ähnlich. Entscheidend ist aber, dass die Menschen dort jede Menge Abkürzungen nehmen und einfach mal zu über 90% LTE-A Handyempfang genießen. Digitalisierung in jeder Pore! Filme live in der U-Bahn, Whatsapp vermutlich auch unter der Dusche!

 

LTE-A ist normal in Südkorea, da macht ein smartphone Spaß

LTE-A ist normal in Südkorea, da macht ein smartphone Spaß

Mathias Haas, DER TRENDBEOBACHTER, versucht 25 Millionen Menschen in einem Blogeintrag zu beschreiben – natürlich ist das unmöglich. Der Redner und Moderator möchte provozieren und informieren – in jedem Fall wird er motivieren, denn heute spielt die Musik in Asien. Im Stile des K-Pops sind viele Protagonisten auf der Bühne, doch prüfen muss die Auswirkungen jeder selbst. Megatrends kommen nicht über Nacht – aber beobachten muss sie jeder Entscheider, jede Organisation. Oder aber diese Trendbeobachtung wird eingekauft – bei HAAS. DER TRENDBEOBACHTER.

 

K-Pop-Style für DEN TRENDBEOBACHTER

K-Pop-Style für DEN TRENDBEOBACHTER

Mehr Details zur ASIAN MINDSET TOUR genauso wie zur Zukunftsfitness, zu Trendthemen und Vorträgen unter www.trendbeobachter.de – zu Moderationsmethoden für veränderungsfreundliche Unternehmenskulturen wie LEGO SERIOUS PLAY unter www.play-serious.org

 

 

 

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4. Stopover, Guangzhou: Schneller alt – als reich

MegaTrend.

18. August 2013

DER TRENDBEOBACHTER hat sich verabschiedet, aber hat Mathias Haas auch jemand verstanden? Hat der Redner und Moderator die Megacity verstanden?

Wie schon bei der World Tour vor etwa acht Jahren (einmal um die Erde ohne Flugzeug, mit sechs Wochen in diesem Lande) war China auch dieses Mal schwer zu verstehen. Das liegt ganz sicher am Sprachniveau des Sprechers, denn er spricht noch weniger Mandarin als Französisch. Es liegt bestimmt auch an deren Sprachkenntnissen – selbst in 5 Sterne Hotels. Anderseits liegt es eben auch an der Kultur und am System. Schlussendlich war es nirgends so schwer Interviews zu machen wie hier.

Ergebnisoffenes Beobachten zeigt: China an sich ist der Megatrend

Nach der Definition von Mathias Haas und seinem Team wurden keine radikal-neuen Megatrends identifiziert. Tatsächlich ist das ganze Land ein gelebter Megatrend! Hier sind die Gewohnheiten völlig neu codiert – der Veränderungswahn dreht sich in vollem Umfang. Die Rituale des täglichen Lebens sind unseren sehr, sehr ähnlich – selbst Reinigungsroboter sind im Handel!

beim Saturn der Chinesen - nur eben deutlich größer

beim Saturn der Chinesen – nur eben deutlich größer

Was für ein Wandel in einem Leben! Die Menschen, die hier in Guangzhou leben, haben wohl in ihrer Jugend noch Reis angebaut.

 

 

Wer soll die Landflucht stoppen?

 

 

Laut China Daily, einer regierungsnahen Zeitung, verdienen Familienmitglieder aus ländlichen Regionen 49.668 chinesische Renminbi (CNY) wenn Sie außerhalb der Landwirtschaft arbeiten. Das entspricht knapp über 8.000 EUR pro Jahr. Meist sind das Jobs in der Verwaltung oder in Büros. Bei der anderen, traditionelleren Lebensweise auf dem Feld liegt das Durchschnittseinkommen bei 21.905 CNY, etwa 2.687 EUR (=7,36 EUR/Tag). Also auch hier gilt: Die Megacity, die Metropohlregion mit über 10 Millionen Menschen ruft!

Doch Moment mal! Wenn – wie in vielen Ländern – die Landwirtschaft kaum noch Status und Verdienstmöglichkeiten hat – wer ernährt dann die riesige Bevölkerung? Wer ernährt Singapur? Und Hongkong? Wer pflückt die Äpfel für deutsche Supermärkte? Wer ernährt die Japaner und wer erntet beim ungeliebten Nachbarn die Früchte und das Gemüse? Denn genau dort ist heute schon eine Vielzahl an chinesischen Landwirten „auf Arbeit“. Der Grund? Japan ist das „älteste“ Land der Welt, die Landwirtschaft kollabiert, denn junge Menschen gehen lieber ins Büro. Und dramatisch ist, dass China noch älter wird, wohl auch uns überholt. Der demografische Wandel treibt sein Unwesen – Deutschland ist in guter Gesellschaft.

China wird schneller alt, als reichP1070817

In Mega-Metropolen wie Guangzhou reizt der Lifestyle zwischen Mercedes, Samsung und Starbucks. Brands, Brands, Brands – as usual. Doch hier scheint das ultimative Spielfeld die Markenbindung zu sein. „Der Chinese an sich“ wechselt sehr gerne mal die Lieblingsmarke. Er und vor allem sie zieht dann weiter – zum nächsten Hype. Jetzt trat die hiesige Präsidentengattin mit einer chinesische Handtasche auf, und prompt liegt diese im modischen Supertrend. Der Preis hat sich in wenigen Wochen verdreifacht – so funktioniert Marktwirtschaft. Doch solche Beispiele sind noch selten!

Unsere Statussymbole funktionieren großartig

Unsere Statussymbole funktionieren großartig

Unsere Statussymbole funktionieren großartig

Gleichzeitig mangelt es weiter an Qualität – zumindest wenn man die brandneue Oper von Guangzhou ansieht. Die weltbekannte Architektin Zaha Hadid war am Werke, seit drei Jahren ist das Haus offen. Hoffentlich hat sie das fertige Gebäude nie gesehen! Bei starkem Regen, so wie jetzt gerade, läuft das Wasser in Bächen (!) im Innenraum an den Wänden herunter! Die Baumängel sind verheerend. Auch beispielsweise am riesigen Flughafen von Guangzhou ist das sichtbar.

Ein Sonderfall? "Wassereimer" hat Mathias Haas oft gesehen

Ein Sonderfall? „Wassereimer“ hat Mathias Haas oft gesehen

Oft ist unser System nicht besser

Wie war das noch in Berlin? Ist der Airport Schönefeld jetzt betriebsbereit? Wie war das in Mainz? Wie kann ein ICE seit März 2007 verloren gehen und als „unidentifizierter ICE“ wieder auftauchen?

KTC, der führende Hersteller von Outdoor-Marken wie Mammut, zeigt jedoch genau das Gegenteil. Der ehemalige (?!) Österreicher Gerhard Flatz hat mir jede Ecke gezeigt. Er hat die letzten Winkel seiner Produktion aufgemacht – DER TRENDBEOBACHTER konnte sich ein Bild machen von der Akkordarbeit, vom Lager, von der Kantine, von den eigenen Tests, von „Made in China“.

„Made in China“ kann auch Premium sein

Und ja, so kann Mathias Haas getrost eine Jacke kaufen und auch gerne anziehen, so geht das! Doch auch Flatz hat seine Herausforderungen, denn seine Fabrik liegt am Rande der Stadt. Zwar hat die Fahrt vom Flughafen zu seinem Textilwerk noch vor acht Jahren sieben Stunden gedauert – über Stock und Stein quasi, heute sind es 1,5 Stunden. Doch heute ist genau das ein Problem. Die potentiellen Mitarbeiter sind mobiler und pendeln in die Innenstadt. Die denkbaren Näherinnen, die durchaus 600 bis 900 EUR im Monat verdienen können, möchten lieber in schicke Büros. Die wenigen jungen Menschen verkaufen eher KFC-Fastfood per Mofa als sich in eine Fabrik zu setzen. Und so zieht die Karavane weiter – KTC hat heute schon genauso viele Mitarbeiter in Laos wie in China, je 2.500 Menschen. Doch bietet weder Laos noch Vietnam oder Burma die Qualität wie die Menschen hier rund um Guangzhou.

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Automatisierung erreicht auch China. So prophezeit Mathias Haas auch dem Giganten der globalen Weltwirtschaft eine zunehmende Automatisierung! Live und in Farbe hat DER TRENDBEOBACHTER auch die zweite Firma von Gerhard Flatz besucht – eine Haushaltswarenproduktion. Und auch wenn Streiks in China offiziell verboten sind, auch wenn Mathias Haas diesen Bereich nicht selbst gesehen hat – als der Zukunftsexperte vor Ort war, just in diesem Moment war Streik. Die Arbeitsniederlegung betraf Polierer –  Menschen also, die unsere mattierten Kaffeekannen, Schalen oder Besteck aufhübschen. Diese Spezialisten sind eben rar, und das Streiken funktioniert wunderbar. Die Herren sitzen auf den Boden bis das Gehalt steigt. Keine schlechte Lösung.

Dieser Herr arbeitet noch

Dieser Herr arbeitet noch

Die Anspruchshaltung steigt, die Gehälter werden hoch gehen. Zum Glück? Bis zum Umfallen? Mathias Haas weiß zu wenig, um wirklich pauschal das Gehaltsgefüge zu beurteilen, doch schon heute sind die Gehälter locker 10x höher als in Bangladesch… Schon heute reisen die wirklich reichen Chinesen nicht nach Sanya – dem Hawaii der Chinesen – sondern ins Ausland.

Die Zahlen sind enorm!

Doch China wird – wenn auch nicht reibungslos – stark bleiben, alleine schon durch die unfassbare Binnennachfrage. Und durch die ungewohnten Größenordnungen. So gibt es beispielsweise 1.647 Werften, 1.647 nur auf dem Festland!

Die Disziplin ist hoch, die Lernkurven stark

Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Wettbewerb unter den Millionen von Menschen weiter unfassbar hoch bleibt – dass das System Entscheidungen „durchjagt“ und dass die Macht im weltweiten Gefüge den Motor weiter antreiben wird. Und ganz ehrlich: Im Vergleich zu Jakarta oder Delhi ist Guangzhou fast ein Paradies. Wenn nur die Menschen etwas mehr lächeln würden… oder könnten? Oder ist das nur wieder das kulturelle Defizit, die Wissenslücken von Haas, dem TRENDBEOBACHTER?

Kommentieren Sie! Schreiben Sie! Mathias Haas ist Spezialist für Megatrends und Wandel – nicht für „cross-cultural communication“. Der Sprecher und Moderator möchte Menschen die Angst vor Wandel nehmen. Haas unterstützt Organisationen und deren (zukünftige) Entscheider bei deren Training der Zukunftsfitness. Denn es macht deutlich mehr Spaß zu verändern, als verändert zu werden!

www.trendbeobachter.de

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3. Stopover: The Big J.

MINDSET TOUR.

11. August 2013

Jakarta ist der zentrale Teil Indonesiens! Zweifelsohne ist The Big J. der Magnet an sich, doch ist es ein Mythos, dass die Hauptstadt die Übermacht hinsichtlich der Wirtschaftsleistung sei. Laut dem McKinsey Global Institute produziert Jakarta 1/5 und der Großraum Jakarta – auch Jabodetabek genannt – 1/4 der Wirtschaftsleistung des ganzen Landes.

Megacity, Megatrend, Mega!

Megacity, Megatrend, Mega!

Der größte Inselstaat der Welt – über 1.000 Inseln

Tatsächlich kommt auch hier ein Phänomen zum Tragen, dass DER TRENDBEOBACHTER auch in Indien entdeckt hat: Mittelgroße und große Städte mit 2 bis 10 Millionen Einwohnern wachsen mehr als die Megacity selbst. Dazu gehören dann Bandung, Bekasi, Bogor, Medan, Surabaya und viele andere Kandidaten, die wir in Europa nicht kennen. Deren Zuwachs kommt hier überwiegend durch die wachsende Bevölkerung!

Weiter ist es ein Irrweg zu denken, dass die Konjunktur instabil sei. Indonesien hatte eine der stabilsten wirtschaftlichen Entwicklungen aller Länder weltweit. Das Wachstum ist weniger volatil als das jeden Landes der OECD oder der BRIC-Staaten. Zwischen 2000 und 2010 lag es zwischen 4 und 6 Prozent. Im Vergleich dazu lag die Bandbreite von Thailand und Malaysia im selben Zeitraum zwischen 2 und 9 Prozent. Die starke Binnennachfrage und der Export stabilisiert die Wirtschaft!

Indonesien ist nicht nur das größte muslimische Land, es ist gleichzeitig auch die  drittgrößte Demokratie der Welt. Es ist der größte Palmöl-Exporteuer, hat die größten Naturgasvorkommen in APAC und 40% der weltgrößten Geothermiebestände. Laut der Unternehmensberatung FROST & SULLIVAN ist es in 2025 „the largest game driver beyond the BRIC-Nations“ – soll heißen, dass das Land nach China, Indien, Russland und Brasilien die besten Karten hat, hinsichtlich des BIP-Wachstums.

Die Zahlen sind großartig, Einzelschicksale sind dahinter versteckt

Müllmänner in Jakarta

 

P1070264Gleichzeitig leben 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung mit 2 bis 8 USD pro Tag! Als „urban poverty“ wird das dann großartig beschrieben. So attraktiv die Zahlen zu Direktinvestitionen oder Konsumverhalten sind, es wird Mathias Haas schon komisch, wenn dann klar ist, wie ein Müllmann lebt (Hinweis: BBC hat einen englischen Müllmann nach Jakarta geschickt – dieses Projekt wurde dokumentiert. Schockfaktor inklusive). Wie er seinen Karren zieht… an schicken Häusern entlang. Mit Eigentümern, die es gerade noch schaffen, den Müll durch ein Loch in der Hauswand  raus zu werfen, sich dann aber beklagen, wenn der „Dienstleister“ nicht sauber arbeitet. Und wie er den Kanal vor dem Haus – barfuß – sauber macht. Wie dessen Familie direkt neben Traumbauten in Löchern lebt mit Ratten bei Tag und Nacht.

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Warum sie nicht aufstehen, die Müllmänner? Weil sie keine Ausbildung haben und der Wettbewerb enorm ist. In etwa 2045 wird das Land seine Bevölkerung verdoppelt haben!

„Urban Poverty“, das ist sicher ein Megatrend

"Normalzustand", 100 Meter neben den Hochhäusern

„Normalzustand“, 100 Meter neben den Hochhäusern

Sicher, die Mindestlöhne steigen enorm – doch an der Megacity Jakarta sieht man, wie hart das Leben in einer solchen Metropole sein kann. Von Umweltverschmutzung, den enorm steigenden Lebenshaltungskosten oder dem täglichen Verkehrsdrama mal ganz zu schweigen. Letzteres ist enorm markant, denn bis heute hat es die öffentliche Hand nicht geschafft – bis auf ein paar Busse – einen öffentlichen Nahverkehr aufzubauen. DER TRENDBEOBACHTER kennt keine vergleichbare Megacity, die diesbezüglich so weit zurückliegt! Sind das die korrupten Politiker? Die korrupten Beamten oder die Polizei?

Die Stadt muss – verkehrstechnisch – kollabieren

Da kommt es einem fast kurios vor, wenn Branchenexperten erzählen, dass Jack Daniels Whiskey-Flaschen auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden (wie war das noch mit den „Brandbuilding-Skills“?). Wenn der Zukunftsexperte hört, dass es Überlegungen gibt, Jakarta zur Entlastung der Hauptstadt-Status abzuerkennen oder wenn ein Interviewpartner sagt: „In Jakarta people think it is ok if it is unfair.“

So komplex die Schwierigkeiten auch sind, rund um Lebensmittelsicherheit, Verdichtung und Verdrängung, um die notwendigen Arbeitsplätze für die junge Bevölkerung: Viele Menschen steigen auf. Sehr viele Menschen leben mit mehr Wohlstand als ihre Eltern.

Megatrends sind auch in Jakarta beweisbar

Große Player wie L’ORÉAL eröffnen das weltweit größte Werk und nutzen selbstverständlich die Binnennachfrage gleich mit. Genau diese Unternehmen haben bisher die Einheiten durchaus für etwa 4 USD verkauft und gehen jetzt den Weg vieler Markenartikler aus dem Westen: Halber Preis, halbe Größe.

Was in Europa als Reisegröße verkauft wird ist hier die Einstiegsdroge

Brandbuilding in Jakarta

Die Menschen möchten vertrauen, und in unseren Marken finden Sie genau dieses – etwas Berechenbarkeit, etwas Schutz und jede Menge Status… L’ORÉAL & Co. bieten diesen sicheren Hafen, und das neue Verhalten geht seinen Lauf. Und ganz ehrlich, auch Mathias Haas war hier deutlich öfter in einem Starbucks als Zuhause. Auch der „internationale Schwabe“ liebt dann die Vertrautheit, den sicheren Hafen. Denn machen wir uns nichts vor, Megacities sind unbekannt für Europäer. Große Ballungsgebiete ab 10 Millionen Menschen sind enorm stressig und fordern alle Sinne. Da durfte auch für Mathias Haas der Kaffee mal mehr kosten. So viel anders sind die Menschen dann vielleicht gar nicht.

Wooden-Radio, das Holzradio, sind dann willkommene Highlights

Wooden Radio aus IndonesienDER TRENDBEOBACHTER, immer auf der Suche nach unentdeckten Exponaten, die Megatrends beweisen… hat dann aber das Wooden-Radio entdeckt. Ein tolles Beispiel, dass es nicht nur in Delhi sondern auch in „The Big J.“ Abkürzungen gibt… dass der Welthandel ausgetrickst werden kann und „fair & einfach“ irgendwie geht… Lesen Sie hier dazu mehr, es lohnt!

 

 

Mathias Haas, DER TRENDBEOBACHTER, mit einigen Gedanken zu Jakarta – als Teil von Indonesien, einem ganz sicher unterschätzten Land! Eine Stadt, die viele nicht mal als Hauptstadt definieren würden.
Der Redner und Moderator war da und hat sich ein Bild gemacht. Die Megacity Nummer drei innerhalb der ASIAN MINDSET TOUR war gar nicht so einfach zu entdecken – sie war auch nicht leicht zu bereisen – oder gar lieb zu gewinnen. Aber wer hat schon Megacities lieb? Man schlägt sich dort durch, auf der Suche nach einem besseren Leben. Und das scheint bei Indonesiern nicht so sehr vom puren Geld abzuhängen – zumindest nicht im Vergleich zu Delhi oder gar Singapur.

Der Zukunftsexperte hat China erreicht: Guangzhou – eine Megcity, die wenige kennen. Mathias Haas wird sie unter die Lupe nehmen. Und eines ist bereits klar: „das System“ ist jetzt schon spürbar.

Mehr Details zur Vorgehensweise des Transferhelfers Mathias Haas unter www.trendbeobachter.de

Noch mehr zu seinen veränderungsfreundlichen Moderationsmethoden wie beispielsweise LEGO SERIOUS PLAY unter www.play-serious.org

Denn die Kraft muss auf die Straße! In Megacities und insbesondere in Europa!!!

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ASIAN MINDSET TOUR: Markenführung, das größte Defizit

MINDSET TOUR.

7. August 2013

DER TRENDBEOBACHTER, Mathias Haas, hat Halbzeit. Der Zukunftsexperte ist bereits in der dritten Megacity und es ist Zeit für die Beschreibung eines Phänomens: Die Menschen in Delhi, Singapur und Jakarta wetteifern um Status mittels unserer Marken – speziell aus Europa und den USA. Und das, obwohl deren Kulturen nicht minder spannend, komplex und interessant sind. Im Gegenteil, gerade weil hier Religionen noch stark erscheinen und bereits dadurch sicherlich der Bedarf nach „Werten und Orientierung“ bedient wird.

Die indische Harley - darauf sind sind sie wirklich stolz, die Inder!

Die indische Harley – darauf sind sind sie wirklich stolz, die Inder!

Macht unsere Markenkompetenz den Unterschied?

Der Keynote Speaker und Moderator sieht seit Wochen, dass Shopping-Malls gefüllt sind mit unseren Marken, deren Preise oft höher liegen als bei uns. Nur in absoluten Ausnahmefällen sind lokale Labels wirklich sexy. Ja, es gibt die ersten Künstler und auch Designer, die akzeptiert werden und es gibt die ersten Geschichten, die sehr stimmig sind (und großartig erzählt werden).

„It takes 16 hours to create a fine radio“

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So beispielsweise “Wooden-Radio” – die Marke von Singgih Susilo Kartono aus Temanggung, etwa 8 Stunden von Jakarta entfernt. In seiner Werkstatt werden die unterschiedlichsten Radios von Hand zusammen gebaut. Mit zunehmendem Erfolg hat der Visionär die Gehälter verdoppelt und somit eine wirtschaftliche Grundlage für sein ganzes Dorf geschaffen. Das eingesetzte lokale Plantagenholz wird direkt neben der Werkstatt eingekauft.

Das Holzprüfsiegel fehlt bis heute – zu kostspielig

Doch wie es eben so ist: Im weltweiten Handel sind derartig kleine Anbieter schnell überfordert. So kostet die Erstzertifizierung für ein Holzprüfsiegel einer NGO etwa 15.000 USD – und genau dieses Budget ist nicht da. In der Folge nehmen große Handelsriesen die interessanten Radios nicht in ihr Programm auf.

Dennoch gibt es einen Direktimporteur für Europa. Die Soziologen Dr. Oliver Errichiello und Dr. Arnd Zschiesche aus Hamburg und Lübeck möchten die Kraft auf die Straße bekommen. Mathias Haas hofft, dass die beiden es schaffen, die Geschichte des Produktes mit seiner „Schönheit“ zu kombinieren und dadurch vielleicht ein ganzes Dorf glücklich zu machen!

DER TRENDBEOBACHTER reist nur mit HandgepäckDER TRENDBEOBACHTER hat das Wooden Radio MINI jetzt im Gepäck – ideal für die Reise nach China und Korea, denn bekanntlich werden die Zimmer und Apartments dort auch nicht größer.

Mathias Haas ist quasi von Geburt an „Made in Germany“, doch Beispiele wie diese Radio-Manufaktur zeigen, dass „Made in Indonesia“ nicht minder spannend und attraktiv ist. Lassen Sie uns hoffen, dass Beispiele wie Dyson auch von Schwellenländern aus möglich sind!

„Made in Germany“ – die Lizenz zum Geld drucken

Wie weit das gehen kann, zeigen folgende Beispiele – alle auf der ASIAN MINDSET TOUR dokumentiert. So interessant kann Trendbeobachtung sein…

Markenbotschafter für DeutschlandWer hätte gedacht, dass Lukas – hier in Jakarta – auf „Made in Germany“ einzahlt. Oder auf „Made in England“? Jedenfalls waren dieses Jahr Chelsea, Liverpool und Manu bereits hier – zu Testspielen.

Klarer scheint die Sache bei Silit, denn in Jakarta und in Singapur ist „Made in Germany“ offensichtlich das große Verkaufsargument.

Markenführung elementar für Megatrends?

 

 

 

 

HAAS_SG-BraunbüffelSpannend wird es dann bei Marken wie „Braunbüffel“, die bei uns – nach Ansicht von Mathias Haas – eher unbekannt sind. Hier aber wird massiv über „Made in Germany“ argumentiert. Und dabei hat Deutschland doch kaum braune Büffel.

 

Bei MINI und Alno-Küchen ist es einfacher… P1060291ohne natürlich die englische „Heritage“ leugnen zu wollen!

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Doch der Sprecher und Moderator hat den Eindruck, dass uns Zuhause oft nicht klar ist, welche Fähigkeiten bei uns Tag für Tag realisiert werden. Was Markenführung wirklich bewirkt. Nehmen wir nur mal Indonesien und Indien. Im indischen Subkontinent gelten heute schon 210 Millionen Menschen als Mittelschicht. Hier in Indonesien sind laut McKinsey Global Institute aktuell 45 Millionen und in 2030 bereits 135 Millionen in der „consuming class“!

Da ist es dann doch entscheidend, welche Marke wie angeboten wird!
Wie welche Marke verstanden wird.

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Mathias Haas ist DER TRENDBEOBACHTER – mehr zu Ihm und seinen Vorträgen, zu seinen Workshops – zu Zukunftsthesen, TRENDBEOBACHTER-INTERVIEWS und zur MINDSET TOUR selbst: www.trendbeobachter.de

Mathias Haas ist aber auch Moderator – für Tagungen genauso wie in Seminaren selbst, zum Beispiel mit LEGO SERIOUS PLAY: www.play-serious.org

 

 

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DEM TRENDBEOBACHTER fehlen die Worte…

MINDSET TOUR.

3. August 2013

…deshalb erst einmal Bilder.

Mathias Haas ist am Flughafen – zum Abflug nach Jakarta, dem 3. Stopp in der ASIAN MINDSET TOUR. Singapur ist quasi Vergangenheit, gleichzeitig geht der „Echtzeit-Megatrend-Megacity-Mindset-Scan“ weiter.

Gerade fährt ein Segway vorbei.
Dachten wir damals nicht, die würden das Auto ersetzen?

Bevor der Redner und Moderator sein Fazit zieht – zu Singapore und der dortigen Einstellung zu Megatrends und Wandel – einige Bilder, die einfach schön und interessant sind. Denn auch für Zukunftsexperten gibt es nicht nur Zukunft:

Mode purSingapur ist wie geschaffen für „High heels“. Alles eben, alles sauber. „High heel optimized“, quasi.

Schuhe, nur SchuheMännerschuhe!

 

 

 

 

 

 

 

Hosen sind kein MegatrendUnd Damen haben meist Kostüme und Kleider an – Hosen werden nur selten getragen. Da darf dann auch mal streng geschaut werden.

Gleichzeitig sorgt der hohe Dichte an Malls und Einkaufszentren (mindestens 90 Stück!) für wirklich durchdachte Retail-Konzepte.

Shopping mit ZeitgeistAnders sein

 

Wenn dann mal ein ganz normaler Supermarkt betreten wird, ja dann sieht die Ware ungewöhnlich aus: Fische – nur vorne; Goldfische in Farbe. Aber wenigstens gebacken.

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Andere Länder, andere Sitten – zum Glück!

Apple aus China

Hier ein Apfel interpretiert von einem Künstler aus China – und das schon 1974. Vor der Gallerie in der ION-Mall.

Oder dieses Werk – in der Galerie:Kunst?! Schön.

 

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Und so werden dann Stars begrüßt – professionell, effizient, perfekt – eben Singapur:

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Die ASIAN MINDSET TOUR einfach mal in Bildern.

Die ASIAN MINDSET TOUR – eine gute Entscheidung!

Mathias Haas, DER TRENDBEOBACHTER, ist kein typischer Trendforscher, kein üblicher Zukunftsforscher – oder wer hat heute schon einen Zukunftsexperten am Gate E26 am Airport Singapur gesehen?

Mehr zum Sprecher und Moderator unter www.trendbeobachter.de. mehr zu LEGO SERIOUS PLAY unter www.play-serious.org

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Delhi, 1. Stopover: Mathias Haas reist weiter, Matthias Müller „nie“ ein

MINDSET TOUR.

29. Juli 2013

DER TRENDBEOBACHTER hat 13 Interviews mit insgesamt 15 Menschen geführt, die ASIAN MINDSET TOUR fängt gut an. Mathias Haas hat beobachtet und recherchiert, der Pragmatiker hat alles gegeben – trotz Verkehr und Luftfeuchtigkeit.

Zweifelsohne ist Indien – ein Land so groß wie Europa, mit 28 Bundesstaaten und über 1,2 Milliarden Einwohnern – allein von der Megacity Delhi aus nur begrenzt erfassbar. Und doch war der Redner und Moderator vor Ort. Der Porsche-Chef Matthias Müller hingegen wird genau dort gesucht. Laut Manager Magazin ist von „Betrug, Erpressung und Untreue“ die Rede, und Herr Müller sowie fünf Vorstandskollegen wissen selbst nicht, mit welchen konkreten Vorwürfen Sie sich beschäftigen sollen.

 Ein zentrales Thema: Rechtsuntersicherheit

In Schwellenländern ist Korruption sehr verbreitet, doch in Indien wird sie zum unternehmerischen Albtraum. Laut Transparency Institut liegt das Land an Platz 94 von 133 weltweit. Rechtsunsicherheit, Korruption, unberechenbare Behörden und Geschäftspartner sind für ausländische wie für lokale Unternehmen schwer zu ertragen. Egal ob Flugzeugleasingfirmen, Pharmariesen oder der Sportwagenhersteller – alle treffen auf chronisch überlastete Gerichte. „Doing Business“, eine Organisation der Weltbank, hat in unterschiedlichen Staaten untersucht, wie lange es dauert, bis Vertragsansprüche durchsetzbar sind. Indien kam hier auf Platz 184 von insgesamt 185. Eine zweite Zahl: die Unternehmensberatung Dr. Wamser + Batra haben erarbeitet, dass 50 Prozent aller deutsch-indischen Joint Ventures innerhalb der ersten 3 Jahre wieder auseinander gehen.

So hart die Bedingungen sind, die Binnennachfrage ist riesig

So hart die Bedingungen sind, das Selbstbewusstsein ist groß

Die Megacities Delhi und Mumbai sind wahnsinnige Treiber. Beispielsweise entstehen Malls, die auch fleißig angenommen werden. Als Mittelschicht werden über 300 Millionen Menschen definiert, quasi alle verheirateten Paar haben Kinder. Selbst in der Provinz stieg der Umsatz von Audi in den letzten zwölf Monaten um 43 Prozent, bei Mercedes um 5,4 Prozent. Mit der Landlust kommt dann auch Unilever gut zu Recht. Mit kleineren Verpackungseinheiten agiert der zweitgrößte Konsumgüterhersteller, und das obwohl (oder vielleicht gerade weil) noch zu 90 Prozent über Tante-Emma-Läden verkauft wird.

Aufholbedarf wird mit Marken bedient

„Delhi is a mega city where everything is about ’showing off‘ !“, so Garun Gutam, ein 27 jähriger Jungunternehmer. Er lebt, was er sagt: zum Interview-Termin kam er mit einem Volkswagen – stolz wurden angesagte Clubs und das hochwertigste Hotel der Stadt präsentiert.

Feinstes Essen, feinster Club

 

 

 

 

 

Für Mathias Haas wurde immer wieder, regelmäßig und unübersehbar deutlich, dass „der Inder an sich“ ackert wie verrückt und der Wettbewerb irre hoch ist. Für die eigenen Kinder geht es um Bildung, koste es was es wolle – auch wenn der Druck die kleinen Menschen in den Wahnsinn treibt.

Die Zahlen sprechen für sich – Ausbildung für Millionen

So hat das „All India Institute of Medical Sciences” auf etwa 400 Studienplätze ungefähr 1 Million Bewerber. Dem Keynote Speaker Haas wurde mehrere Mal beschrieben, dass ein Abschluss mit 99% oder 100% gut genug ist, das 98% oder weniger aber zum Job im Call Center führt. Wer möchte schon sein Kind in der Telefonzentrale für eine deutsche Billigairline sehen – zumal ein halbes Familienvermögen für die Ausbildung „drauf ging“.

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Gleichzeitig ist diese junge Gesellschaft die große Hoffnung vieler Interviewpartner. Gepaart mit der Transparenz und dem Zugang zu Wissen wird auch der ein oder andere nachwachsende Landwirt zum Audi-Fahrer und durchaus der nächste Traktor mit mehr als 30 PS gekauft. Letzteres wurde beim Meeting mit Managern von NEW HOLLAND Agriculture deutlich. Dort werden bisher importierte Mähdrescher jetzt auch in Indien produziert. Der Stolz war zu spüren, alleine die geografische Lage der Firma nennenswert, denn diese ist entscheidend. Hier stimmt die Infrastruktur inklusive Straßen und Stromversorgung. Während des Interviews hat nur das Licht im Bürotrakt geflackert – in der Produktion war sie stabil.

Mathias Haas ganz oben

Vom „Service-Provider“ zum Produzenten

Die indische Denke ist auf das eigene Land fokussiert, obwohl die Einflüsse z.B. aus China genauso sichtbar sind wie in Deutschland. Es wird und es muss das Ziel sein, den Subkontinent vom Service-Provider zum Produzenten zu wandeln, und es gibt für beide Sparten schon ordentliche Player. Nehmen wir nur Infosys und Tata. Der IT-Riese bedient schon heute den deutschen Markt, und BMW lässt sich in München mit einer „strategischen Infrastrukturmanagement-Partnerschaft“ (als Zukunfts-Pragmatiker hört sich das komplex an) bedienen. Tata dagegen bietet TV-Programm, Handyvertrag genauso an wie natürlich die Autos. Gerade kam das Facelift vom neuen Nano heraus – 13 km pro Liter, etwa 2.000 EUR für einen Neuwagen; Bosch-Komponenten inklusive.

Das Megacity-Megavehical?

Auch in Delhi kommt die Automatisierung

Jedes Interview ist tatsächlich lesenswert. Die Ansichten werden derartig direkt angesprochen und klar formuliert, die Sichtweisen sind offensichtlich variantenreich und gleichzeitig sind dann einzelne Aussagen hochspannend: So wie die von Rajesh Chopra, Deputy Vice President der HDFC Bank in Delhi…

Denn Herr Chopra war er vor kurzem in München. Als Gesamtverantwortlicher für Banknoten, Geldtransporte und beispielsweise das Auffüllen von Geldautomaten muss auch er Effizienz nachweisen. So wird wohl eine Maschine angeschafft, die fünf andere Geräte ersetzt und zu deren Betreuung anstelle von 16 Personen nur noch fünf ran müssen.

Egal, ob es um die Grenzübertritte der Chinesen geht, um den Missbrauch von Kindern und Frauen, die Entwicklung zwischen Arm und Reich, die großartig-neue Metro oder die angesagte Modemarke Burberry – DER TRENDBEOBACHTER hat sehr charmante, stolze und tüchtige Menschen erlebt.

Die meisten Rikscha fahren mit Autogas

 

 

 

 

Sicher waren die meisten Gesprächspartner zumindest aus der Mittelschicht oder darüber, und schon deshalb müssen die Beobachtungen kritisch bewertet werden. Die Stimmung, die Einstellung und die Grundhaltung waren jedoch sehr auffällig, denn die Menschen können durchstarten. Sie müssen durchstarten,  oder sie wollen zumindest durchstarten. Oft arbeiten sie sieben Tage die Woche, acht bis zwölf Stunden am Tag. Sie arbeiten hart, verrückterweise dann oftmals für europäische Marken wie Ikea, H&M aber auch für Bottega Veneta oder gar Ferrari. Selbst arme Menschen haben kaum zu essen, doch ein Mobiltelefon ist präsent, und wenn es aus zweiter oder dritter Hand gekauft wurde. So gibt es dann Tablett-PCs unter 50 EUR, die natürlich trotzdem nicht jeder erstehen kann. Und doch ist auch dieses Exponat (DER TRENDBEOBACHTER hat ein solches im Gepäck) ein Beweis für die Kraft, die sich hier entwickelt. Alleine die IT-Kompetenz, die hier entsteht….

Megatrend Fastfood?Kleiner Mann mit wichtiger Tüte

Es ist schon auffällig, ermutigend oder erschreckend – je nach Sichtweise – wenn ein etwa sieben jähriger Junge erst um Almosen bettelt, um dann mit 30 INR bei McDonalds einen Hamburger zu kaufen und ihn dann vollkommen glücklich strahlend zurück am Parkplatz zu verspeisen.

 

Nur leider muss er dann wieder los. Betteln. 

Es ist zu hoffen, dass der kleine Bursche irgendwie auf eine Schule kommt und sich durchsetzt, dabei bleibt und eine Ausbildung macht. Die Perspektiven wären so gut…Er könnte deutlich besser leben als seine Eltern, die Oma, der Opa. Doch die Träume und die Kluft an seinem Arbeitsplatz – dem Parkplatz – sind so groß, dass Indien noch lange mit sich selbst beschäftigt sein wird. Hoffentlich kommt er nicht unter die Räder.

 

 

Mathias Haas ist Beobachter, Zusammenfasser, Pragmatiker. DER TRENDBEOBACHTER möchte mit der ASIAN MINDSET TOUR seinen „Echtzeit-Check“ dafür nutzen, sich selbst upzudaten und gleichzeitig Organisationen und Menschen zukunftsfit machen. Megatrends kommen nicht über Nacht, und genau dies möchte der Redner und Moderator mit dem Besuch bei über 50 Millionen Menschen beweisen. Die Bandbreite der Entwicklungsoptionen sind groß, der gemeinsame Nenner der Interviews ist definierbar. Machen Sie sich ein eigenes Bild von Delhi, der Megacity aus dem Megaland Indien.

 

Mehr Details zum Sprecher und Workshopmoderator, zu LEGO SERIOUS PLAY und anderen veränderungsfreundlichen Methoden:

www.trendbeobachter.de

www.play-serious.org

 

 

 

 

 

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Bereits 6 Interviews verfügbar, Delhi – Indien

MINDSET TOUR.

26. Juli 2013

DER TRENDBEOBACHTER, Mathias Haas liefert:

Hier liegen die ersten sechs Interviews über Delhi und Indien.

Quasi in Echtzeit durch 5 Megacities in Asien:
Der Redner und Moderator ist in Delhi und hat bereits Händler, IT-Spezialisten, Hotelbesitzer und landesweit bekannte Journalisten getroffen. Letztere sind Gesichter von CNN und The Financial Express, sowie die bekannteste Enthüllungsjournalistin des Landes. Sie hat vor 10 Jahren dafür gesorgt, dass korrupte Politiker bei der Geldübergabe gefilmt wurden. Danach gab es Massendemonstrationen.

Doch was ist bisher auffällig?

– Die Menschen halten an Tradition fest, auch in der Megacity.

– Die Bürger haben das Vertrauen in offizielle Einrichtungen völlig verloren.

– Die Einwanderer gibt es auch hier: Bangladeschi sind hier illegal, Bangladeschi kommen nach den Indern.

– Die Inder sind stolz, das Land ist enorm groß (3 Flugstunden vom Norden in den Süden).

– Die Handies sind da, die Reichweite und Tragweite erst am Anfang.

– Die Marken, unsere Marken, funktionieren (warum nur immer wieder?).

Die Mindset-Interviews sind hoch interessant, da unterschiedlich und facettenreich: Direkt und nicht gefiltert, emotional und direkt aus Delhi.

Ansehen – lesen – denken! Hier im TRENDBEOBACHTER-YouTube-Kanal.

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DER TRENDBEOBACHTER ist erst am Anfang – am Anfang der ASIAN MINDSET TOUR. Wieder ein Beispiel, dass Mathias Haas kein typischer Trendforscher ist, auch kein üblicher Zukunftsforscher. Er geht selbst hin – in die Megacities, die wir kaum kennen. Bleiben Sie dran.

www.trendbeobachter.de

www.play-serious.org

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