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Hotelerie
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Kex-Hostel in Reykjavik: Interview mit Dagur Sigurðsson

Interview.

29. Juni 2013

Mathias Haas im Interview mit Dagur Sigurðsson –  dem „Handball-Gott“, dem Handballtrainer (österreichische Nationalmannschaft, heute Füchse Berlin) und dem Teilinhaber & Mitinitiator des neuen gesellschaftlichen Drehkreuzes in Island.

DER TRENDBEBOACHTER war in einem besonderen Land: Island. Einerseits war die Insel schon immer sehr schwach bevölkert (320.000 Einwohner = 3,1 Einwohner pro km²) und somit für viele Marken und Anbieter völlig uninteressant – also hat sich der Isländer schon immer selbst bekleidet, selbst unterhalten und selbst versorgt. Andererseits hatte Island 2008 bis 2011 eine massive Finanzkrise. Der Zusammenbruch aller drei Großbanken hat das kleine Land direkt und ohne Umwege zum Kollabieren gebracht. Die Spuren dieses Ereignisses sind heute noch sichtbar und haben die Menschen nachhaltig geprägt.

Heute gibt es dort ein Hostel. Doch dieses definiert die Gattung neu. Hier wird locker mal 100 oder 150 EUR für eine Übernachtung bezahlt, dort ist 6 oder 7 EUR für ein Bier völlig legitim. Der Redner und Moderator war in Island und tauschte die Bühne gegen das Mikro, hier das Ergebnis:

Kex-Hostel, ein Beweis für Megatrends?

Dagur Sigurðsson und Mathias HaasMathias Haas auf der Schulbank - mit Dagur Sigurðsson als Coach

 

 

Megatrends und Wandel im Mikrokosmos?

Mathias Haas:
„Dagur, sind Sie der einzige Gewinner der Finanzkrise hier in Island?“

Dagur Sigurðsson:
„Tatsächlich war geplant, die Kex-Fabrik – das Gebäude des ehemaligen Keksherstellers – abzureißen und für chice Appartements Platz zu machen. Doch das kam ins Stocken und die Fläche war leer – mitten in einer Hauptstadt.“

Mathias Haas:
„Die Art und Weise wie hier benutzte Möbel, Dekoelemente, Materialien hochwertig kombiniert werden, wie diese einzeln und in der Summe Geschichten erzählen: Kam das vielleicht auch durch die Rückbesinnung auf alte Werte?“

Dagur Sigurðsson:
„Sicher sind Isländer heute demütiger. Bis heute gibt es viele Menschen, die mit viel Kraft versuchen, ihr Haus zu halten –ungefähr 70 Prozent! Das ist beachtenswert, denn es gab auch jede Menge „high potentials“, die längst Privatinsolvenz angemeldet haben oder gar ausgewandert sind. Ja, das Kex ist ein Ort, in dem nicht nur Reisende eine Heimat finden, sondern auch die fleißigen Isländer.“

Mathias Haas:
„Und die aller fleißigsten haben Sie eingestellt?“

Dagur Sigurðsson:
„Nun, wir haben erst einmal mächtig arbeiten müssen. Von der Schlüsselübergabe bis zum ersten Gast hatten wir vier Monate. Das Kex war pünktlich offen – auch und gerade durch unser Team. Alles übrigens Menschen jenseits der Hotellerie, vom Friseur bis zum Doktoranten. Die sind super, richtig gut! Sie sind alle hungrig.“

Mathias Haas:
„Und detailverliebt. Hier sehe ich nur den Einsatz von Bleistiften, hier ein Blümchen und nirgendwo klassische Werbung wie zum Beispiel diese schrecklichen Zapfhähne von Brauereien.“

Geschäftsmodelle mit dem GMV-Faktor

Dagur Sigurðsson:
„Das ist wirklich kein Zufall. Wir wollten einen Platz, der uns selbst gefallen würde. Deshalb habe ich selbst Ausstattungselemente wie diese Landkarten aus Berlin gekauft und verpackt.“

Mathias Haas:
„Passend dazu haben Sie dann die Geschichte hinter den Karten in Videos dokumentiert und schon vor Eröffnung verbreitet. Ist Social Media ein wichtiger Faktor? Nutzen Sie diesen Kanal als Feedback-Instrument? Ich meine, Sie sind eine Trainer-Type, da sind Rückmeldungen völlig üblich.“

Dagur Sigurðsson:
„Als Trainer geht es natürlich auch um die Details, auch um die Führung von Menschen, die ich – ganz ehrlich – auch nicht alle verstehe. Und wahrhaftig sitze ich regelmäßig in Berlin und lese die Bewertungen. Echtzeit-Feedback vom feinsten, manchmal sind die Gäste noch hier.“

Mathias Haas:
„Wie geht es mit dem System-Kex weiter? Kommen Sie auch nach Stuttgart? In meiner Stadt gibt es auch zu viel Homogenität – kaum Raum für Altes, Wildes, für’s Regeln brechen…“

Dagur Sigurðsson:
„Hier läuft es sensationell, und jetzt kommen auch noch easyjet und Ryanair nach Reykjavik. Ganzjährig kommen mehr und mehr Touristen – für die Polarlichter genauso wie für das legendäre Nachtleben. Und Sie haben Recht, wir prüfen neue Standorte… immer mitten in der Stadt, immer in eher abgewerteten Metropolen. Vancouver und speziell Portland sehen sehr gut aus.“

Mathias Haas:
„Herzlichen Dank, Dagur, für unser Gespräch über Megatrends, Wandel, Veränderungsdruck und Ihr sehr ermutigtendes Geschäftsmodell in schwierigen Zeiten. Hier im „Place to be“!“

Tourismus und lokale Attraktion, hier von Mathias Haas untersucht

 

 

 

 

 

 

 

Wandel & Veränderungsdruck am lebenden Objekt

DER TRENDBEOBACHTER am Puls der Zeit, an Orten in denen „die Kraft auf die Strasse kommt“!
So wie hier im Kex Hostel (www.kexhostel.is) in Downtown Reykjavik. Denn natürlich gibt es nicht nur langfristige Verhaltensveränderungen, die absehbar und berechenbar sind – es gibt eben auch externe Schocks, die nur begrenzt mit Megatrends zu tun haben. Immer wieder aber gibt es auch diese Persönlichkeiten, die die „extra Meile“ laufen und damit Systeme herausfordern. Krise hin oder her!

Mehr zu Mathias Haas, der eben nicht nur Redner und Moderator ist, sondern der sich auch als Entdecker versteht. Fasziniert von Machern ist der Pragmatiker auf der Suche nach Beweisen – für Tugenden und Fallbeispiele zum Wandel in unserer Zeit. Mehr zu ihm und seinem Zukunftsteam unter www.trendbeobachter.de und natürlich in diesem Trendblog.

 

Wie wäre wohl das Kex geworden – wenn wir hierzu einen LEGO SERIOUS PLAY Workshop (www.play-serious.org) gemacht hätten? Es ist deutlich,… es gibt auch andere Methoden. Sehr gute offensichtlich!

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DAS MOOSER HOTEL. Der Haptik-Tempel.

MegaTrend.

21. Dezember 2012

DER TRENDBEOBACHTER im „Vor Ort Termin“:
beim MOOSER HOTEL in St. Anton.

Wir leben in einer hybriden Welt. Verstanden?

Dieser Zustand soll beschreiben, dass wir keine Trennung mehr machen – zwischen realem und virtuellem Leben. Dieser Megatrend ist eindeutig und erfüllt voll und ganz die klassische Definition,… denn wir verändern unser Verhalten.

Doch diese Erkenntnis ist neu, oder auch nicht. Wichtiger ist, dass „die Kraft auf die Strasse kommt“ und jeder seine Lehren daraus zieht. Ein Paradebeispiel, wie mit diesem Wandel umzugehen ist, zeigt dieses MOOSER HOTEL.

17 Zimmer und Haptik auf aller höchstem Niveau.

Viele mögen den MOOSER WIRT kennen. Party pur, Vollgas mit Niveau… doch zehn Meter weiter lieben Menschen Oberflächen – ohne es jemals zu sagen oder auszudrücken, denn tatsächlich läuft diese Attraktivität eher unterbewusst ab.

Wenn Menschen einfach so über Wände und Trennwände, über Türrahmen und Bartische streichen. Wenn Gäste nicht die Finger lassen können – von der Rückwand des Bettes und der Oberfläche des Kaminoffens… dann sind Sie beim MOOSER HOTEL im chicen St. Anton am Arlberg.

Hier auf 1.304 Meter liegt dieses feine Skigebiet, das sich im „Best of the Alps“ Verband mit Orten wie Kitzbühel, St. Moritz oder Zermatt positioniert. In der „Wiege des alpinen Skilaufs“ gibt es WLAN auf allen Hütten. „Well,…“ mag das internationale Publikum sagen, doch auch beim Ski fahrn lassen uns unsere Gewohnheiten nicht im Stich – wir sind online was das Zeug hält und wer keinen entsprechenden Telefonvertrag hat, der ist dankbar dafür.

Denn Anlässe werden geschaffen – auch in St. Anton. Mit Apps wie dem „iSki Tracker“ können wir unsere Selbstdarstellung die Bühne geben. Der Megatrend „Self tracking“ wird hier voll und ganz bedient. In unserem vermessenen Leben gilt es zu posten und zu posen. Jeder Kilometer, jeder Höhenmeter gilt es zu zählen und auszuwerten. Nun, wir sind ja nicht zum Spaß da… wir wollen senden, senden und dann noch senden. Also auf die tollen Pisten und rein in Social Media.

Wenn also in „Stanton“ die Pisten präpariert sind und die smartphones funken…  dann wird klar, dass auch die „Generation Y“ durchaus realisiert, dass die wahre Playstation aus Kristallen und Luft besteht. Auch wenn sie per Helmkamera live streamen und weltweit Kommentare einströmen – Ski fahren in St. Anton ist äußerst sexy – Genuß in MOOSER HOTEL etwas ganz anderes als Party beim MOOSER WIRT. So verkauft sich Luxus in 2013… zurückhaltend, reduziert, echt oder es drauf schreiben zu müssen oder gar drauf schreiben zu wollen.

Denn es ist so ähnlich wie mit „VIP-Partys“. Dort, wo der Name mit derartiger Kundschaft wirbt, sind keine Promis drin. In diesem Zielgebiet, in diesem Haus werden keine Fotos von Promis gemacht. Sie sind einfach da…

…und auch diese Menschen streicheln dort einfach die Wand.

DER TRENDBEOBACHTER mit einem Detail, dass den Unterschied macht. Denn auch Luxus wird neu definiert – in einer Welt, die sich schnell bewegt und vieles bereits erlebt hat. Megatrends sind beweisbar… zum Beispiel hier…

Mathias Haas, DER TRENDBEOBACHTER – eben kein Trendforscher. Was würde auch ein Forscher in St. Anton?

Mehr zu seinen Zukunftsthesen, seinen Auftritten und Aufgaben unter www.trendbeobachter.de

 

 

Wenn selbst der Skistall im Luxus schwelgt

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