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Wir können (bzw. wollen) es nicht mehr hören…

MegaTrend.

21. April 2017

…doch wer nicht hören will, muss fühlen!

So hieß es früher, wenn man den Hintern versohlt bekam, nachdem man eben den Eltern nicht zugehört und dann das Gegenteil von dem getan hatte, was Muttern für richtig hielt.

Kann heute nicht mehr passieren? Wenn Sie sich da mal nicht irren, lieber Leser. Natürlich kriegt das Kind es 21. Jahrhunderts die eine oder andere Backpfeife weniger, aber das Grundprinzip, das dahinter steckt, das gibt es noch.

Nun, im Grunde geht es aber um etwas anderes: Etwas nicht mehr hören zu wollen. In Zeiten wie diesen, in denen eine so große Vielzahl an Medienkanälen all jenes – tausendfach kopiert – verbreitet, was irgendwann mal ein Einzelner gesagt hat, kann man sich vorstellen, was passiert, wenn nicht nur einzelne Menschen etwas gesagt haben, sondern mehrere. Und dann auch noch unabhängig voneinander.

Erinnern Sie sich an das Wort „Nachhaltigkeit“? Es gab eine Zeit – und die ist noch gar nicht so lange her – da gab es quasi nur noch nachhaltige Dinge: Von der Konferenz über das Automobil bis hin zum Mittagstisch war alles nachhaltig. Und traf im Regelfall – mit Ausnahme des Mittagstischs – sowas von nicht zu. Aber es wurde eine neue Sau durch’s Dorf getrieben, mit der sich so allerlei langweiliges Zeug plötzlich ziemlich en vogue verpacken ließ.

Dabei ist Nachhaltigkeit nichts Schlechtes, jedenfalls meist nicht und erst recht dann nicht, wenn man nicht nur drüber schreibt bzw. den Terminus irgendwo drauf klebt. Schließlich ging und geht es um einen Trend, der sich durchsetzen soll. Nur kommt das eben nicht vom Reden.

Wenn dann – wie eben im Falle der Nachhaltigkeit – von einigen Ausreißern abgesehen einige wenige Dinge übrig bleiben, die wirklich nachhaltig geworden sind, dann braucht man etwas Neues.

Die neuen Buzzwords sind auch schon in jeder Zeitung zu finden: „Digitalisierung“, und damit gern verbunden auch „Disruption“ bzw. „Disruptive Geschäftsmodelle“.

Buzzwords olè?!

Na klar, es gibt sie, die Digitalisierung. Auch wenn unsere jüngeren Generationen mit dem Wort schon wieder nichts mehr anfangen können, weil sie ja „analog“ nicht mehr kennen.

Und ja, es gibt auch disruptive Geschäftsmodelle – gemacht von Unternehmen, die sich die heute zur Verfügung stehenden Werkzeuge weidlich zunutze und durch komplette Neuentwicklungen von Produkten und Dienstleistungen den etablierten Playern das Leben schwer machen.

Beides haben wir erkannt – und reagieren?

Indem wir drüber sprechen. Wir reagieren nicht damit, mehr Wagniskapital bereit zu stellen. Wir reagieren nicht damit festzustellen, was die denn besser machen als wir selbst. Wir reagieren ebenso selten damit zu ergründen, wie es denn sein kann, dass der Kunde plötzlich so auf „Das Neue“ abfährt, wo doch unsere Produkte so gut sind.

Wir hören und lesen jede Woche die bösen D-Wörter – und ja, auch in den Vorträgen des TRENDBEOBACHTERS kommen sie immer wieder vor. Doch der will als Quintessenz verstanden wissen, dass es sich dabei um ein Werkzeug handelt. Ein Mittel zum Zweck. Ein Möglichmacher.

Auch von der Seite sieht dieser Dino nett aus - er hat es aber in sich! IBM Watson füttert seine Sprache.

Auch von der Seite sieht dieser Dino nett aus – er hat es aber in sich! IBM Watson füttert seine Sprache.

 

Und es gibt Unternehmen, die diese Werkzeuge nutzen – meistens sind es die Wettbewerber.

Es geht also nicht um das Wort mit D, sondern die damit verbundene Denkweise. Sonst: Siehe Eingangssatz.

Denn es kommt eben nicht nur darauf an, irgendwo den Aufkleber „Digital“ oder „Jetzt neu mit App.“ draufzukleben. Es kommt darauf an, sich auf die mit der Digitalisierung einhergehenden Möglichkeiten tatsächlich einzulassen. In neuen Geschäftsmodellen zu denken. Zuzulassen, dass es Veränderungen gibt und zu erkennen, dass man vom „Guten Namen“ eben doch nicht ewig leben kann. Das sind die Kernelemente, die uns jener neue Trend beschert.

Natürlich muss nicht jeder gleich einen neuen Hyperloop erfinden oder mit Heißluftballons das Internet nach Afrika bringen. Eine Nummer kleiner tut’s auch – wenn wir nicht nur drüber sprechen, sondern es anpacken.

haasMathias Haas ist DER TRENDBEOBACHTER. Er hält Vorträge zum Thema MegaTrends und beobachtet genau, wie sich unsere aktuelle Welt verändert. Die Quintessenz aus diesen Beobachtungen stellt der Redner allen zur Verfügung – den Zuhörern in der Keynote genauso wie auch in Workshops zum Thema Veränderung, die durch die von ihm gegründete PLAY SERIOUS AKADEMIE. durchgeführt werden. Dabei liegt der Fokus nicht auf den nächsten 20 Jahren, denn Haas ist kein Zukunftsforscher.  Er ist Augenöffner und Wandlungshelfer. Damit niemand sagen kann, er hätte es nicht kommen sehen.

Mehr zum „D-Wort“ liegt in diesem Blog – zur Trendbeobachtung, zum Unterschied zwischen Trend- und Zukunftsforschung liegt unter www.trendbeobachter.de bereit.

Mehr für Entscheider, die Kraft auf die Strasse bekommen möchten liegt genau hier: www.play-serious.org

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Was heißt denn jetzt „disruptive“? Am Beispiel von Uber.

MINDSET TOUR.

15. Juli 2015

Es gibt Taxis – und es gibt den Online-Vermittlungsdienst für Fahrleistungen. Letzteres ist eine Plattform mit nur einem Wettbewerber – „Lyft“. Es ist immer das gleiche Prinzip: Ein Mensch nimmt sein privates Fahrzeug und wird zum Fahrer. Er oder sie bekommt das System und Uber die Provision. Der unternehmerische Erfolg wird geteilt – das Risiko nicht. Das Risiko trägt die Ich-AG.

Einmal registriert (3 Minuten für den TRENDBEOBACHTER.) stehen verschiedene Produkte zur Auswahl:

  • uberPool
  • uberX
  • uberXL
  • UberBlack
  • SUV

uberPool, zum Beispiel, fährt für Mathias Haas von A nach B. Auf dem Weg gibt es eine Zwischenstation C und einen neuen Gast, der in die ähnliche Richtung geht. Die Kosten gehen runter, das gute Gewissen hoch. Denn warum die ganze Fahrt alleine genießen – zumal San Francisco faszinierend teuer ist und durch „Sharing“ der Preis sinkt. Die anderen Produktkategorien sind überwiegend andere Fahrzeuge, chic und immer größer. Vor allem exklusiv.

Wo ist jetzt das Störmanöver, die durchschlagende Technologie?

Bestellen, Details zum Fahrer und Fahrzeug bekommen (z.B. Rating, Fahrzeugtyp, Nummerntafel), einsteigen und los. Angekommen geht es noch schneller: Aussteigen. Sekunden danach kommt der Beleg per Mail und die Bitte den Fahrer zu bewerten. Geld fließt nur virtuell – auch deshalb dauert der Vorgang so lange wie die Türe aufgeht. Fürs zu machen ist quasi auch schon wieder der Dienstleister verantwortlich – er oder sie möchte ja schließlich eine 5, als Bewertung. Übrigens ist 4,8 der üblichste Wert. Eine 4,7 ist schon auffällig – durch das unattraktive Auto oder die schwache Kommunikation an Board.

Der Fahrer dagegen checkt beim Einsteigen den Namen und alles ist geklärt. Da das System sichtbar die Route anzeigt, könnte auch der Zukunftsexperte Mathias Haas direkt Uber-Fahrer werden – in San Francisco oder Menlo Park. Ganz sicher, auch morgen früh.

Alle diese Feinheiten sind technologiebasiert!

IMG_20150706_090656So greift die UberApp des Fahrers auf die weltweit größte community-basierende Verkehrs- und Navigations-App WAZE zurück (dieser Online-Kartendienst – von Google 2013 für wohl 1,3 Milliarden USD gekauft – ist übrigens in jedem neuen Tesla vorinstalliert… aber das sprengt den Rahmen dieses Berichtes): Transparenz, Hilfestellung und ständig optimiert. Und genauso wird der selbstoptimierte Fahrgast (ohne Zeit und Muße) bestens betreut. Die Customer Experience ist auf Top-Level und der Mensch (= Fahrer) passt sich an.

Das „disruptive“? Ergebnis?

Wie bereits in der Juni-Ausgabe der absatzwirtschaft beschrieben ist die Anzahl der Fahrten pro Taxi im „bay area“ um 64 Prozent gesunken, also um 2/3 in gut zwei Jahren! Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die Gewinner und Verlierer:

Gewinner Verlierer
Kurzfristig der Gast (bei gutem Wetter und genügend Angebot) Langfristig der Gast, bis die Plattform alleine ist und am „Preis-Rädchen“ drehen wird.
Der ein oder andere Fahrer, der tatsächlich einen flexiblen Nebenjob hat – auch wenn er/sie die Stadt gar nicht kennt. Die Fahrer, die aus der Rolle nicht mehr herauskommen und z.B. durch die Unterhaltskosten des PKWs gefangen sein werden.
Uber, Uber und Uber. Denn das Modell ist skalierbar und schon heute in 57 Ländern aktiv! Natürlich die Taxifahrer, die oft hilflos auf die Kollegen schauen – und per Funk nach Hilfe rufen.

„Only tourists take taxis!“

Mathias Haas ist auf der VALLEY MINDSET TOUR und eben kein Tourist. Der Zukunftsexperte hat jetzt sechs Uber-Fahrten hinter sich und seine Gewohnheit (nach einem Taxi zu winken) längst abgelegt. Heutzutage geht der Blick zur App anstelle auf die Straße.

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Wenn da nicht auch das „dynamische Pricing“ wäre. Denn wenn es regnet und gleichzeitig das Konzert aus ist (= die Nachfrage hoch ist), dann ist Happy Hour. Zumindest für Uber! Dann kann in Sekunden der Preis um das zigfache erhöht werden und „disruptive Technology“ wird zum Gänsehaut-Faktor. Auch für den Gast und Kunden…!

Diese Kombination von….

  • Skalierbaren Geschäftsmodellen, in denen der Aufwand für Expansionen minimal ist…
  • Bedienung von digitalen Kunden mit extrem einfachen Prozessen…
  • Nutzung und Optimierung von Daten (z.B. bei steigender Nachfrage)…

sind alles echte „Killer-Szenarien“ für Taxizentralen (wie in Stuttgart), in denen der Vielflieger Haas auch nach über zehn Jahren jedes Mal noch seine Anschrift durchgeben muss – und dann doch nicht beruhigt auf dem Display das heranfahrende Fahrzeug verfolgen kann.

UberMILITARY

Dass Uber dann auch noch sensationell kommuniziert ist nur die Kür. Die herzzerreissenden Videos werden kombiniert mit starker Lobbyarbeit und immer neuen Produkten. Auch dies ein typischer Fall von derartigen Systemen. „Time-to-market“! Raus damit so wie UberEAT (home delivery von Speisen und Getränken) oder gar UberMILITARY. Weil… ja klar… Uber schafft unfassbar viele Arbeitsplatze im Driver Seat, so eben auch für – der Trendexperte zitiert – „50.000 Armeeangehörige, Veteranen und deren Ehepartner als Partner-Fahrer“. Wenn das mal nicht karitativ ist?

Jedenfalls werden Taxifahrer (bisher noch) besser bezahlt und sie sind schwer am kämpfen, denn Uber-Wettbewerber haben andere Werte. Sie halten „Mitten auf der Straße“, so ein Kommentar eines Klassikers. Wenn das mal alles ist… dann bekommen wir das sicher hin?!

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Mathias Haas hat auch in Deutschland von Uber gehört – aber nie genutzt. Auch der Zukunftsexperte lebt im Hier & Jetzt und auch er ist bequem. Wenn also Uber verfügbar ist… wie Zürich, Brüssel, Düsseldorf, Frankfurt, Istanbul und Genf… dann ist DER TRENDBEOBACHER. ganz sicher an Board. Und seine Buchhaltung auch, denn diese liebt Quittungen, die man lesen kann!

Mehr zur VALLEY MINDSET TOUR und zum Pragmatiker Haas, der sich lieber selbst die Zukunft ansieht unter www.trendbeobachter.de

Mehr zur PLAY SERIOUS AKADEMIE., der zweiten Plattform von Mathias Haas unter www.play-serious.org

 

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