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Comments (2) MINDSET TOUR.

Finale: Seoul – die eigene Persönlichkeit

DER TRENDBEOBACHTER, Mathias Haas, hat die ASIAN MINDSET TOUR abgeschlossen und Seoul verlassen. Leider.

 

Was für eine Megacity!

 

Korea geht steil

Korea geht steil

Nicht nur, dass dieses Land und diese Metropolregion einfach zu bereisen ist – es ist eben auch eine Megacity mit Zukunft. Seoul bedient mal locker 50% des Landes. Von etwa 50 Millionen Menschen leben 25 in der Hauptstadt. Die zweigrößte Stadt ist Busan an der Küste, etwa zwei Stunden entfernt – mit dem TGV der dort KTX heißt.

 

Diese Städte funktionieren

 

Nicht, dass dieses Mega-Drehkreuz nicht auch Schwierigkeiten hätte. Wer hat die nicht? Südkorea ist weltweit die Nummer 6 hinsichtlich der geringsten Geburtenraten (selektive Schwangerschaftsabbrüche durchaus üblich, Platz 7 hat sich in dieser Übersicht Deutschland gesichert ) . Trotzdem hat das Land die dritthöchste Bevölkerungsdichte auf diesem Globus. Die Poleposition hinsichtlich der „Selbstmordraten“ ist dann vielleicht eine logische Konsequenz? Wohl kaum, denn dafür braucht es mehr. Zum Beispiel maximal fünf Urlaubstage und durchschnittlich 2.400 Arbeitsstunden im Jahr, zum Vergleich – Deutsche arbeiten 1.600h.

 

„Interessant wird es wenn Südkoreaner weniger arbeiten!“

 

Die Arbeitsmoral produziert eine Art „Vollgas-Ameisen“, die immer und überall arbeiten. Am Beispiel der Kindererziehung wird das „schön“ und „klar“, denn elfjährige Kinder um 11 Uhr abends im Aufzug zu sehen ist keine Seltenheit – nur der Schulranzen ist für uns ungewohnt. Doch wenn Eltern etwa 30% Ihres Einkommens in die zukunftsfitte Ausbildung stecken – ja dann muss natürlich auch etwas raus kommen! Dazu passt dann auch das Umfeld in Sachen Wettbewerb: Es gibt über eine Million junge Uniabsolventen, die aufgegeben haben, einen Job zu suchen. Der Druck bleibt hoch – auch beim Erwachsen werden.

 

Das nächste Japan?

Das Land ökonomisiert das gesamte Leben

 

Die Megacity Seoul gibt es auch in "einfach & arm" - selbstverständlich!

Die Megacity Seoul gibt es auch in „einfach & arm“ – selbstverständlich!

Südkorea hat eine unglaubliche Leistung vollbracht! In nur wenigen Jahren wurden etwa 50 Großkonzerne geschaffen, Samsung vorne an der Spitze – mit Abstand. Und mit Abstand mehr als nur Smartphones. Welch ein Wandel innerhalb eines Menschenlebens! Die Südkoreaner gehen unter Dampf nach Vorne! Doch natürlich ist die heutige Generation nicht mehr ganz so gierig und hungrig wie ihre Eltern. Der „Western Lifestyle“ lockt, Starbucks und andere kostspielige Coffeeshops reizen, und die Mode ist nicht viel anders als in Schweden. Familienräte werden hier ihre Diskussionen haben… Doch wie Herr Dr. Norbert Eschborn, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Seoul meinte,… „Interessant wird es, wenn Südkoreaner weniger arbeiten! Wenn die Kreativität, die Freiheit mit der Perfektion, mit der Organisation gepaart wird – dann wird Südkorea richtig stark!“

 

Koreaner werden (zunehmend) Leben wollen

Koreaner werden (zunehmend) Leben wollen

Die Wiedervereinigung kommt

 

DER TRENDBEOBACHTER sieht sie kommen, die Wiedervereinigung (ist er zu mutig unterwegs?). Auch wenn China kein Interesse daran hat und genau deshalb Nordkorea mit Lebensmittel und Energie unterstützt: Die USA fördern es sicherlich – Südkorea wäre der Star!

Der Zusammenschluss von „Automatisierung“, „Ausbildung“ und „Perfektion“ mit vielen Millionen „billigen Arbeitskräften“…das wäre die koreanische „Killer-App“. Denn viele so genannte Schwellenländer wie China werden zunehmend teuer, Produktionen ziehen weiter nach Bangladesch und Hausmädchen kommen aus Burma. Nordkorea ist tatsächlich die letzte „Oase“ der günstigen Arbeitskräfte. So funktioniert wohl Globalisierung?!

Auch wenn der Kraftakt größer als in Deutschland wäre, auch wenn machtpolitische Spiele schlussendlich entscheidend sein werden: Diese Kombination wäre unfassbar stark. Sie würde dem sichtbaren Drang nach Export (raus aus Südkorea) weiteren Auftrieb geben. Und genau dafür stehen Deutsche in Korea. Nicht, dass wir ihnen technologisch das Wasser reichen würden, doch vor der Wiedervereinigung haben sie Respekt. Und vor der Demut nach dem 2. Weltkrieg. Unsere Bundeskanzlerin schafft es mit einem Besuch in Dachau auf verschiedene Titelseiten der wichtigsten Zeitungen. Beim Nachbarn, Japan, geschieht genau dies nicht. Ein großes Thema, ein großer Graben! Hier scheinen sich die Südkoreaner mit Chinesen einig zu sein.

Megatrends?

Seoul wie Busan sind natürlich keine echten Stellvertreter für Schwellenländer – beispielsweise vergleichen die Asiaten ihre Gehälter mit denen aus Deutschland. Die Preise sind durchaus ähnlich. Entscheidend ist aber, dass die Menschen dort jede Menge Abkürzungen nehmen und einfach mal zu über 90% LTE-A Handyempfang genießen. Digitalisierung in jeder Pore! Filme live in der U-Bahn, Whatsapp vermutlich auch unter der Dusche!

 

LTE-A ist normal in Südkorea, da macht ein smartphone Spaß

LTE-A ist normal in Südkorea, da macht ein smartphone Spaß

Mathias Haas, DER TRENDBEOBACHTER, versucht 25 Millionen Menschen in einem Blogeintrag zu beschreiben – natürlich ist das unmöglich. Der Redner und Moderator möchte provozieren und informieren – in jedem Fall wird er motivieren, denn heute spielt die Musik in Asien. Im Stile des K-Pops sind viele Protagonisten auf der Bühne, doch prüfen muss die Auswirkungen jeder selbst. Megatrends kommen nicht über Nacht – aber beobachten muss sie jeder Entscheider, jede Organisation. Oder aber diese Trendbeobachtung wird eingekauft – bei HAAS. DER TRENDBEOBACHTER.

 

K-Pop-Style für DEN TRENDBEOBACHTER

K-Pop-Style für DEN TRENDBEOBACHTER

Mehr Details zur ASIAN MINDSET TOUR genauso wie zur Zukunftsfitness, zu Trendthemen und Vorträgen unter www.trendbeobachter.de – zu Moderationsmethoden für veränderungsfreundliche Unternehmenskulturen wie LEGO SERIOUS PLAY unter www.play-serious.org

 

 

 

2 Responses to Finale: Seoul – die eigene Persönlichkeit

  1. M. Haufler sagt:

    Sehr spannender Beitrag. Vielen Dank dafür. Fraglich ist halt wie nachhaltig diese Entwicklung ist? Geht Ökologie mit 25 Mio Megacities? Die „verflixten Japaner mit ihren Transistorradios“ haben unseren Vätern schon Kopfzerbrechen bereitet, aber möchte man heute tauschen?

    Trotzdem ist die Entwicklung von Südkorea beachtlich und zurücklehen wäre natürlich fatal.

    Ich hoffe das deine optimistische Einschätzung was den Norden angeht aufgeht. Alleine schon um den Willen der Nordkoreaner. Ich glaube aber auch, wenn das aufgeht, wird der Süden ganz schön zu kauen haben. Dann wird der Soli doch noch ein Exportschlager 😉

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