MENU

Comments (0) MINDSET TOUR.

NASA, Yahoo! und die WirtschaftsWoche.

DER TRENDBEOBACHTER. hört weiter zu – damit sich das Bild und das eigene Urteil zum „Mindset“ entwickeln kann. Denn klar, bei der VALLEY MINDSET TOUR geht es um die Frage, wie Menschen im Silicon Valley die eigene Zukunft sehen – welche Ängste und welche Hoffnung es gibt. Es geht um Einstellungen und Erwartungen, um die Rolle des Valleys genauso wie um die Rolle von Deutschland.

Hier sprechen > 40 Jahre USA!
In deutscher Sprache.

NAME: Dr. Kai Goebel
TITLE:
Area Lead – DaSH, Intelligent Systems
COMPANY:
NASA (Ames Research Center)
CITY: Mountain View

DSC00211

1.
If you think of your job: Where do you see yourself in 5 years’ time?

Wir versuchen zu erkennen, wohin es technologisch geht – dafür steht die NASA und auch ich verstehe mich so. Als Branche müssen wir uns weiterentwickeln. Ein gutes Beispiel ist das „automated vehicle“, da ist sehr viel zu tun. Die hierbei produzierten Informationen müssen weiterverarbeitet werden, und diese neuen Möglichkeiten fordern neue Entscheidungen.

2.
Imagine 2020 – 5 years away: What scares you most?

Mich stimmt bedenklich, dass Data Protection“ so wenig Stellenwert bekommt. Heute kam die Meldung, dass 21,5 Millionen Datensätze gehackt wurden – inkl. „Social Security Numbers“ und einigen „fingerprints“. Da bin ich wohl auch dabei. Und diese Sorge gilt für die USA noch mehr als für Europa. Zweifelsohne machen wir uns bei einer weiteren Digitalisierung verwundbarer. Wenn wir alles vernetzen, gibt es immer eine Hintertür. Hier geht es nicht um 2.000 USD von einem Bankkonto, sondern um weit mehr – auch weil die USA eine Zielscheibe ist.

3.
Again, 5 years into the future: What’s your
greatest hope?

Ich hoffe und glaube tatsächlich, dass ich mich – in meinem Leben – in ein Fahrzeug setzen kann welches automatisiert von A nach B fährt. Ich das ist realistisch – und es ist für einen Wissenschaftler eine großartige Herausforderung. Schlussendlich dient so eine Entwicklung auch einer erhöhten Lebensqualität.

Wie so oft wird es auch hierfür neue Anwendungsmöglichkeiten geben. Schauen wir nur mal auf die Drohnen. Die NASA hat dabei geholfen, dass bei Waldbränden Drohnen eingesetzt werden und somit beispielsweise Feuernester schneller bekämpft werden können. Oder nehmen wir die Einsätze in der Landwirtschaft oder bei der Pipeline-Überwachung.

Darüber hinaus hoffe ich, dass wir merken, dass wir mehr für „die Welt“ tun müssen!

4.
What is it that you do to make sure that your children will be fit for the future?

Als Präsident der German International School gedacht: Man muss geschickt „das Neue“ mit „dem Alten“ verbinden. Es ist wichtig, den Kindern die Phantasie zu lassen, Verantwortung zu geben und sie immer wieder mit den neuen Möglichkeiten, auch neuen Technologien, vertraut zu machen. Alle unsere 5.-Klässler bekommen iPads – und dazu gehören dann auch Regeln. Das ist besser, als sie irgendwann “hinten dran” oder unvorbereitet in die digitale Welt zu lassen. Ein gutes Beispiel ist auch die „Maker-Bewegung“… Man traut sich wieder etwas Handwerkliches zu machen – Auftakt hierzu war der 3D-Drucker. Es geht darum sich zu trauen, etwas Verrücktes zu realisieren, nicht stecken zu bleiben und die eigenen Phantasien zu realisieren. Es werden ja auch schon Metallteile produziert – auch bei uns. Oder Verbundstoffe. Wir integrieren elektrische Leitungen in strukturelle Elemente. Auch bei diesem Megatrend kann man sich kaum vorstellen, was noch alles kommt!

5.
What would you say: What object, what device is the best symbol for „future“?

Jetpacks?! Die total individuelle Beförderung durch die Luft?

6.
What’s stressing you most during your daily life?

Im Valley ist der Rhythmus extrem schnell. Man hat nicht viel Zeit sich zurückzulehnen und zu verschnaufen. Das ist auf die Dauer sehr stressig – entziehen kaum möglich. Das ist dann auch die Mentalität und eine Art Grundhaltung. Es wird erwartet, dass jeder 14, 16 Stunden arbeitet. Viele sind begeistert von der Idee und andere sind auf das „große Geld“ aus. Hasso Plattner meinte vor kurzem bei einem Vortrag, dass hier viele Menschen die 1, 2 oder 3 Million machen möchten – koste es was es wolle. Beispielsweise wird von Arbeitgebern hier eher mehr Gehalt als mehr Urlaub angeboten.

7.
What products or services will your company offer in 5 years?

Ein Paradebeispiel für die NASA sind „cubesats“ (= kostengünstige Kleinsatelliten im standardisierten Format von 11,35x10x10cm und einem maximalen Gewicht von 1,33kg). Wir unterstützen hierbei insbesondere durch Batterienentwicklung. Diese sind elementar, damit die Cubesat-Satelliten mit Energie versorgt werden und schlichtweg überleben. Die Technikwunder an sich und auch der Satellitenstart sind deutlich günstiger. Es gibt auch heute schon die Idee des „Satellite Swarms“. Hier werden die Geräte in Einzelteilen ins All geschickt und kommunizieren dann untereinander. Wie kontrolliere ich diesen Swarm? Das ist eine der Fragen, die wir in 5 Jahren sicher deutlicher beantworten können. Ich freue mich darauf!

8.
What should the ideal manager, what should he or she be like to be fit for the future?

Ich weiß gar nicht, ob sich die Rolle so verändern wird. Es gilt, den Mitarbeitern die Rahmenbedingungen zu bieten, damit sich diese verwirklichen können und die Arbeit möglichst „einfach machen“. Es kommt darauf an was man unter einem Manager versteht. Ein CEO hat auch noch andere Pflichten. Oft ist hier das „Empirer-Gen“ erfolgsversprechend, um das Unternehmen nach vorne zu treiben.

9.
What role does this Silicon Valley play within a global economy?

Im Moment hat das Valley einen sehr großen Einfluss. Hier wird entschieden „Wie der Hase läuft“. Genau hier wird die digitale Revolution erfunden und Realitäten werden geschaffen. Im Valley boomt die Wirtschaft. Es gibt keine Schranken, deutlich verhaltenere Statussymbole und weniger Beharren auf Prestige. Hier sind Menschen tatsächlich bereit sich neu zu erfinden – das Neue definieren.

10.
In your eyes: Where do you see Germany in this context?

Wir sehen, dass viele Deutsche, die ursprünglich nur temporär hier her kamen, gerne bleiben möchten und sich nach Jobs umschauen, um nicht zurück nach Deutschland zu müssen. Der „Brain Drain“ von meiner alten Heimat ins Silicon Valley ist signifikant. Das sind genau diejenigen, die sich ungern einschränken lassen von Ordnung und übertriebenen Regeln. Natürlich gibt es auch hier ein Regelwerk, aber beispielsweise stellen sich alle artig in Warteschlangen hinten an oder lassen andere Autos gerne einfädeln. Selbst an der University of Berkeley sind die Türen der Professoren offen – auch bei Nobelpreisträgern!

 

NAME: Kerstin Ewelt
TITLE: Search Editor
COMPANY: Yahoo!
CITY: Sunnyvale

DSC00569

1.
If you think of your job: Where do you see yourself in 5 years time?

“Director Level” – als Fuehrungskraft in der Tech-Welt von morgen.

2.
Imagine 2020 – 5 years away: What scares you most?

Mich beschäftigt die zunehmende Radikalität, z.B. durch den IS, genauso wie die wachsende Zahl von Flüchtlingen. Die Angst vor unberechenbaren Situationen und Menschen.

Lokaler gedacht, „scares me“ der Konkurrenzdruck und manchmal Hype im Valley und die sehr realistische Möglichkeit einer neuen Rezession. Diese würde das Silicon Valley kurzfristig besonders treffen, da hier vieles extremer ist wie Hauspreise, Jobs und Risikoeinstellung.

3.
Again, 5 years into the future: What’s your greatest hope?

Kinder! Wenn man Kinder zu souveränen Menschen erzieht. Kinder sollten Neugierde, Einfühlungsvermögen und Humor in ihrem Lebensrucksack haben und nicht ihre Sommer in den summer camps von Stanford verbringen. Ja, das ist meine größte Hoffnung – als Mutter von zwei Kids.

4.
What is it that you do to make sure that your children will be fit for the future?

Goethe wusste es doch schon immer :“Too many parents make life hard for their children by trying, too zealously, to make it easy for them.” Und wenn dabei herauskommt, dass Kinder rebellisch bleiben, dann ist es nicht schlimm. Lasst ihnen ihren eigenen Kopf, gespickt mit gesundem Selbstvertrauen.

5.
What would you say: What object, what device is the best symbol for „future“?

Nein, es gibt kein „Device“, das für Zukunft steht. Für die Zukunft stehen „applications“.

6.
What’s stressing you most during your daily life?

Time-Management. Hier wird so viel gearbeitet. Das Valley ist so „activity-driven”. Selbst Kinder haben zig Aufgaben und Plattformen nach der Schule. Darüber hinaus? Der Stau und der Wettbewerbsdruck.

7.
What products or services will your company offer in 5 years?

Es bleibt spannend. Yahoo! ist ein Medienunternehmen mit vielen unterschiedlichen Facetten.

8.
What should the ideal manager, what should he or she be like to be fit for the future?

Er oder sie sollte neugierig sein, nicht in Schubladen denken und sehr gerne auch durch Empathie positiv auffallen.

9.
What role does this Silicon Valley play within a global economy?

In Sachen Technology ist und war das Silicon Valley immer die Nummer 1. Neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen, Hard- wie Software und Applikationen. Hier spielt die Musik.

10.
In your eyes: Where do you see Germany in this context?

Deutschland kann sehr gut Nischenfunktionen einnehmen. Meine durchaus geliebte Heimat besticht durch Zuverlässigkeit und dem hohen Grad an Ausbildung – nicht nur an der Universität und Lehre, sondern auch in der Haltung der Menschen. Ich finde, die Menschen in Deutschland haben ein gutes Allgemeinwissen – sie sind relativ kritisch und strukturiert. Sie sagen oft ihre Meinung … diese Attribute sind  global sehr wertvoll. Also eine tolle Zukunft fuer Deutschland – aber in Nischenfunktionen.

NAME: Matthias Hohensee
TITLE: Bureau Chief Silicon Valley
COMPANY: WirtschaftsWoche
CITY: Palo Alto

MatthiasHohensee.Wirtschaftswoche

1.
If you think of your life: Where do you see yourself in the future?
Hoffentlich immer noch hier. Seit 1998 – sprich seit 17 Jahren – bin ich nun hier im Silicon Valley. Ursprünglich war dies nur für „ein paar Jahre” geplant, aber hier passiert so derartig viel, dass ich mir nur schwer vorstellen kann zu gehen. Meiner Kolumne in der WirtschaftsWoche ist noch nie der Stoff ausgegangen – die Auswahl ist unendlich. Wirkliche Neuigkeiten kommen aus dem Nichts und plötzlich gibt es ein Update.

2.
Looking into the future, what scares you most?
Kommt das Platzen der vermeintlichen Bubble? Oder nicht? Über „Kurz oder lang“ wird es Korrekturen geben. Doch zu welchem Zeitpunkt? Schon Anfang des Jahres gab es Warnungen, die bisher nicht eingetreten sind. Und ja, es gibt sehr hohe Bewertungen. Doch es gibt sehr viele private Unternehmen, und nur die eigenen Investoren haben die wahren Daten. Es gibt nur wenige Fälle wie beim Unternehmen Box aus Los Altos, wo dann etwas Transparenz aufkam beziehungsweise aufkommt.

So hat es zum Beispiel Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) abgelehnt, bei Airbnb und Uber zu investieren, so ein Top-Entscheider in einem Interview – obwohl man noch zu scheinbar attraktiven Zeiten hätte einsteigen können. Dieses Gesamtgeflecht ist übrigens ein Grund, warum zunehmend in Europa investiert wird. Dort ist es nur sehr ungewohnt, mit Risikokapital auch wirkliches Risiko auszuhalten.

Nun ja, wenn hier 1, 2 oder 3 Unicorns (=Unternehmen mit einer Bewertung > 1 Mrd USD) schlapp machen würden…

3.
What’s your greatest hope?
Zum einen, dass diese Unternehmen alle erfolgreich sind und darüber hinaus die ganze Wirtschaft – in Sachen Digitalisierung – mitnehmen. Gleichzeitig gibt es Entwicklungen, bei denen durch „on demand“, „Sharing“ oder „Automatisierung“ Menschen ihre Jobs verlieren – hierfür braucht es Lösungen. Auch in Deutschland!

Für Megatrends wie „Sharing“ sind Regionen wie New York, Boston und natürlich San Fransisco sicher prädestiniert.

4.
What is it that you do to make sure that your child becomes fit for the future?
Gegenwärtig wird das Schulsystem in den USA wie in Deutschland dem Bedarf nicht gerecht. Klaus Hommels – zum Beispiel bei Investitionen von Skype, Facebook und Spotify beteiligt – sagte in einem Interview, dass „Wirtschaft“ unterrichtet werden muss. Im Silicon Valley wird das ansatzweise gemacht, in Deutschland wohl kaum. Es geht mir nicht um Programmierung, sondern um die Entwicklung von „kreativen Systemen“.

5.
What would you say: What object, what device is the best symbol for „future“?
Schwer zu sagen. Nicht die AppleWatch. Sicher weiterhin das Smartphone und vielleicht auch die Datenbrille.

6.
The ideal manager: What should he or she be like – to be fit for the future?
Schon immer waren Menschen in diesen Schlüsselpositionen prädestiniert dazu, Leute zu begeistern, Teams zu formen und zusammen zu halten. Es geht um mehr Wertschätzung – übrigens auch bei freien Mitarbeitern. Motivation, auf Ideen einschwören und sich auf neue Dinge einlassen, sich auf dem Laufenden halten und Szenarien durchspielen.

7.
What products or services will your company offer in 5 years?
Ich hoffe immer noch, Expertise anbieten zu können – nach 20 Jahren Silicon Valley. Diese Komponente werde ich wohl mehr ausspielen als heute. Ich möchte auch dann einen Job, der Spaß macht und inspiriert. Es geht auch hier um Selbstverwirklichung.

8.
What role does the Silicon Valley have – in a global economy?
Das Silicon Valley ist ein Katalysator. Bei der Digitalisierung im „1. Dot.com-Boom“ ging es vor allem um Handel und Medien. Jetzt sind alle Branchen von Digitalisierung erfasst. Nehmen wir die Autobranche und all die Techniken, die hier erfunden werden. Smartphones: „The Bay“ ist ein ganz großer Testmarkt: Talente, Kaptial, etablierte Unternehmen auf ein paar km². Und letztere sind eben auch bereit, mit den Start-Ups zusammenarbeiten und oder diese aufzukaufen.

9.
In your eyes: Where do you see Germany in this context?
Deutschland wird oft schlechter gemacht als es ist. Wir haben noch große Chancen, wenn wir in Infrastruktur und Ausbildung mehr investieren. Wenn wir die „Ingenieursdenke“ wach halten und fördern. Auch Politiker müssen auch merken, dass man dafür was tun muss. Europa hat Nachteile bei Größe des Marktes und der Bereitschaft von Geldgebern, die Geldflüssigkeit hoch zu halten. Uber und Airbnb wären in Deutschland wohl nicht in entstanden. Hier gilt es „machen“ und „schnell groß werden“. Die Konsequenzen werden im Laufe der Zeit bearbeitet. Es fehlt wohl auch an Mut und Raum zum Experimentieren.

 

DER TRENDBEOBACHTER. ist DER TRENDBEOBACHTER. und kein Trendforscher und auch kein Zukunftsforscher. Mathias Haas steht für belastbare MegaTrends – für Veränderung, die auch mal mutiger ist… aber eben nachvollziehbar. Deshalb geht der Redner und Sprecher mit konkreten Produktinnovationen auf die Bühne, mit Beispielen, die auf Trends einzahlen oder sogar befeuern. Mathias Haas ist Pragmatiker und Wandlungshelfer – auch deshalb unternimmt er immer wieder genau diese MINDSET TOUREN. 2013 ging die Reise durch 5 Megacities in 5 Wochen… dieses Mal lebt und recherchiert Haas 5 Wochen im Silicon Valley.

Mehr zu seinen Themen, Arbeitsweisen und schlussendlich zur Positionierung unter www.trendbeobachter.de

Mehr zur PLAY SERIOUS AKADEMIE. unter www.play-serious.org

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


acht − 3 =